FTSE 100 erholt sich: Finanz- und Rohstoffwerte treiben Index
Londons Leitindex gewinnt 0,5 Prozent nach Vortagesverlusten. Investmentbanken und Bergbauaktien führen die Erholung an.

Der britische Leitindex FTSE 100 hat sich am Donnerstag von den Verlusten der Vorsitzung erholt und legte bis 11:29 Uhr GMT um 0,5 Prozent zu. Haupttreiber der Erholung waren Finanzwerte und Rohstoffaktien, die von positiven Unternehmensnachrichten und steigenden Rohstoffpreisen profitierten. Der binnenmarktorientierte FTSE 250 gab hingegen leicht um 0,1 Prozent nach.
Investmentbanken und Brokerhäuser gehörten mit einem Plus von 4 Prozent zu den Top-Performern der Sitzung. Spitzenreiter im FTSE 100 war die 3i Group mit einem Kurssprung von 10,5 Prozent – dem größten Tagesgewinn seit über sechs Monaten. Die Investmentgesellschaft hatte mit einem starken Quartalsbericht überzeugt.
Auch Bankaktien erholten sich von den Mittwochsverlusten und legten 0,9 Prozent zu. Die Lloyds Banking Group stieg um 1,2 Prozent, nachdem die Bank einen Jahresgewinnanstieg von 12 Prozent gemeldet hatte, der die Erwartungen übertraf.
Rohstoffsektor glänzt mit Rekordständen
Bergbauaktien verzeichneten deutliche Zugewinne. Der Index der Edelmetallproduzenten kletterte um 3 Prozent auf ein Rekordhoch und folgte damit der Stärke der Goldpreise. Der Index der Industriemetallproduzenten legte sogar um 3,6 Prozent zu und erreichte den höchsten Stand seit einem Jahr.
Glencore gewann 3,8 Prozent, obwohl der Bergbaukonzern einen Rückgang der Kupferproduktion für 2025 um 11 Prozent meldete. Höhere Erzgehalte und verbesserte Gewinnungsraten in mehreren Minen hatten die Produktion im zweiten Halbjahr gestützt.
Energiewerte profitieren von Ölpreisanstieg
Energieaktien legten um 1,8 Prozent zu, gestützt durch höhere Ölpreise. Wachsende Befürchtungen, dass ein möglicher US-Angriff auf den Iran die Versorgung stören könnte, trieben die Notierungen nach oben.
An der diplomatischen Front begrüßten der britische Premierminister Keir Starmer und Chinas Präsident Xi Jinping eine Neuausrichtung der Beziehungen. Sie versprachen den Aufbau einer Wirtschaftspartnerschaft, die auch eine Großinvestition von AstraZeneca umfasst. Die Aktien des Pharmariesen zeigten sich jedoch kaum bewegt.
Die US-Notenbank Federal Reserve hatte am Mittwoch die Zinssätze wie erwartet unverändert gelassen. Fed-Chef Jerome Powell verwies auf einen "sich klar verbessernden" Ausblick. Globale Investoren konzentrierten sich diese Woche auf Unternehmensgewinne, insbesondere die Ergebnisse der US-Tech-Giganten, um Erkenntnisse zur Entwicklung der KI-Investitionen zu gewinnen.
Zu den Verlierern des Tages zählte die Billigfluggesellschaft easyJet mit einem Minus von 1 Prozent. Das Unternehmen hatte einen höheren Verlust im ersten Quartal gemeldet, belastet durch Expansionskosten und schwache Winterpreise.
