FTSE 100 bricht ein: Trump droht Europa mit Zöllen
Der Londoner Leitindex FTSE 100 verzeichnete am Montag den größten Tagesverlust seit Mitte November. Auslöser war eine überraschende Zolldrohung von US-Präsident Trump gegen mehrere europäische Länder, darunter Großbritannien.

Der britische Blue-Chip-Index FTSE 100 fiel bis 10:42 Uhr GMT um 1,1 Prozent und steuerte damit auf den größten Tagesverlust seit dem 18. November zu. Der auf den Binnenmarkt ausgerichtete Mid-Cap-Index FTSE 250 gab um 1,0 Prozent nach. Beide Indizes verzeichneten den stärksten Intraday-Rückgang seit Mitte November.
Trump droht mit 10 Prozent Strafzöllen
US-Präsident Donald Trump drohte mit der Verhängung zusätzlicher Zölle in Höhe von 10 Prozent auf Importe aus Dänemark, Norwegen, Schweden und Großbritannien ab dem 1. Februar. Bedingung: Die Vereinigten Staaten müssten Grönland kaufen können. Diese unerwartete Ankündigung erhöhte die Volatilität an den globalen Finanzmärkten erheblich.
"Was als Nächstes an den Finanzmärkten passiert, wird letztlich von Trumps Handlungen in den kommenden Tagen abhängen", erklärte Kathleen Brooks, Forschungsdirektorin bei XTB. "Vorerst beharrt er auf seinem Standpunkt und sagte, es gebe 'kein Zurück' bei seiner Grönland-Zusage." Entscheidend werden laut Brooks die Äußerungen Trumps beim Weltwirtschaftsforum in Davos diese Woche sein.
Pharma-Sektor unter Druck
Besonders hart traf es den Pharma-Sektor, der um 2,1 Prozent nachgab. AstraZeneca verlor 2,6 Prozent, nachdem der anglo-schwedische Arzneimittelhersteller angekündigt hatte, seine American Depositary Shares und Schuldtitel von der Nasdaq zu nehmen. Der Baustofflieferant Ibstock brach um 3,9 Prozent ein und war damit größter Verlierer im FTSE 250, nachdem das Unternehmen prognostiziert hatte, dass die Wohnungsbaumärkte kurzfristig gedämpft bleiben würden.
Flucht in sichere Häfen
Im Gegensatz dazu profitierten Edelmetallproduzenten von der unsicheren Marktlage und legten um 1,2 Prozent zu. Gold überschritt erstmals die Marke von 4.700 US-Dollar pro Unze, während Silber sich nahe Rekordhochs bewegte. Trumps Zolldrohungen lösten eine klassische Flucht in sichere Häfen aus.
Britischer Arbeitsmarkt schwächelt
Unterdessen zeigten aktuelle Daten, dass sich der britische Arbeitsmarkt im Vorfeld der Haushaltsankündigung der Regierung im November abschwächte. Das Lohnwachstum verlangsamte sich, was die Sorgen der Bank of England hinsichtlich anhaltender Inflationsrisiken potenziell lindern könnte.
Informa mit positivem Ausreißer
Gegen den Trend legte Informa um 2,6 Prozent zu und führte damit den FTSE 100 an. Der Veranstalter kündigte ein Aktienrückkaufprogramm im Wert von 200 Millionen Pfund (269,6 Millionen US-Dollar) an und prognostizierte ein zugrunde liegendes Umsatzwachstum von 6 Prozent für 2026. Der gesamte Mediensektor gewann 0,9 Prozent.
