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Foxconn-Deal mit ZF gerät ins Stocken

Unterschiedliche Bewertungen und hohe Schulden bremsen geplante Beteiligung an ZF-Sparte

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Foxconn-Deal mit ZF gerät ins Stocken

Die geplante Beteiligung des taiwanischen Elektronikkonzerns Foxconn an einer Sparte des deutschen Autozulieferers ZF Group ist ins Stocken geraten. Nach internen Unterlagen, die Reuters vorliegen, scheiterte das Vorhaben im September an unterschiedlichen Bewertungen und einer deutlich höheren Schuldenlast als erwartet. Foxconn hatte zwei Jahre lang an dem Einstieg in die ZF-Sparte gearbeitet, die unter dem Namen Division E firmiert und Antriebstechnologien für Elektro-, Hybrid- und Verbrennerfahrzeuge produziert.

Die Unterlagen zeigen, dass Foxconns Berater JPMorgan den Wert der Sparte im Zuge einer Due-Diligence-Prüfung nur noch auf 1,5 bis 2,5 Milliarden Euro bezifferte – weit weniger als die ursprünglich angenommenen 3,5 Milliarden Euro. Noch gravierender fiel jedoch die Einschätzung der Eigenkapitalposition aus: Statt eines positiven Werts von rund 1,3 Milliarden Euro stellte sich nach der Prüfung heraus, dass das Eigenkapital der Division E negativ war. Ein interner Vermerk lautete entsprechend: „Kein Deal, wenn der Eigenkapitalwert negativ ist.“

Die Ergebnisse führten dazu, dass Foxconn seine Verhandlungen zunächst stoppte. Zugleich teilte ZF Group kurz darauf mit, den geplanten Börsengang bzw. die Abspaltung der Division E nicht weiterzuverfolgen. Nach Angaben einer mit den Gesprächen vertrauten Person aus dem Unternehmen sondiert ZF inzwischen mit Foxconn und weiteren Interessenten mögliche Partnerschaften, die sich auf einzelne Produkte der Sparte beschränken könnten.

Foxconn, auch bekannt als Hon Hai Precision Industry, wollte mit dem Einstieg bei ZF seine Aktivitäten im Bereich Elektromobilität ausbauen. Beide Unternehmen hatten laut einem ZF-Dokument vom Februar 2025 über eine Beteiligung von 1,3 Milliarden Euro verhandelt, sofern die Sparte mit 2,6 Milliarden Euro bewertet würde. Alternativ war zeitweise auch eine gemeinsame Gesellschaft im Gespräch. Die Due-Diligence-Prüfung ergab jedoch, dass die Nettoverbindlichkeiten der Division E um rund 90 Prozent höher lagen als angenommen – konkret bei 4,177 Milliarden Euro. Ein großer Teil dieser Summe entfiel auf zusätzliche Pensionsverpflichtungen in Höhe von rund 945 Millionen Euro.

ZF Friedrichshafen, das bereits stark verschuldet ist, hatte Anfang Oktober zudem angekündigt, bis 2030 etwa ein Viertel der Arbeitsplätze in der Division E zu streichen. Der Konzern hatte in der Vergangenheit umfangreiche Übernahmen finanziert, die seine Bilanz belasten. Foxconn und ZF reagierten nicht auf Anfragen zu den aktuellen Verhandlungen, während JPMorgan eine Stellungnahme ablehnte.

Trotz der Rückschläge verfolgt Foxconn weiter seine Pläne im Automobilsektor. Der Konzern hält bereits 50 Prozent an der ZF-Tochter Chassis Modules und arbeitet in Asien mit mehreren Herstellern zusammen, darunter Mitsubishi Motors und Mitsubishi Fuso, um neue Elektro- und emissionsfreie Fahrzeugmodelle zu entwickeln.

Foxconn ZF FriedrichshafenInvestitionen

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