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Ford-Werke Köln vor erstem Streik der Geschichte

Belegschaft fordert Sozialtarifvertrag – US-Konzern zieht Unterstützung zurück und kürzt massiv Stellen

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 Ford-Werke Köln vor erstem Streik der Geschichte

Die Mitarbeiter der Ford-Werke in Köln bereiten sich auf ihren ersten Streik vor. Hintergrund ist die anhaltende Unsicherheit über die Zukunft des Standorts. Der Betriebsrat kündigte einen Arbeitskampf an, der am Mittwoch beginnen soll. Der Streik betrifft beide Standorte in Köln. Die Entscheidung folgt auf eine Urabstimmung, bei der sich 93,5 Prozent der Teilnehmenden für einen Streik ausgesprochen hatten. Ziel ist es, Forderungen nach einem Sozialtarifvertrag durchzusetzen.

Ford hatte bereits im November angekündigt, bis Ende 2027 rund 2.900 der etwa 11.500 Stellen in Deutschland abzubauen. Verhandlungen mit dem Betriebsrat über den Stellenabbau verliefen bisher ergebnislos. Die IG Metall erklärte, dass die Gespräche ausgesetzt wurden, bis das Unternehmen ein verhandlungsfähiges Angebot vorlege. Der Betriebsratsvorsitzende Benjamin Gruschka forderte den Arbeitgeber auf, eine umfassende Lösung für die Belegschaft in Köln zu finden.

Die Entscheidungshoheit über die deutsche Tochter liegt jedoch nicht allein beim hiesigen Management. Der US-Mutterkonzern hat kürzlich eine Art Bürgschaft zurückgezogen, wodurch der Druck auf die deutschen Standorte weiter gestiegen ist. Auch eine im März angekündigte milliardenschwere Finanzspritze ändert nichts daran, dass Ford künftig keinen Insolvenzschutz mehr garantieren will.

Das europäische Autogeschäft des Konzerns gilt seit längerem als verlustreich. Zwar war der in Köln gefertigte Ford Fiesta über Jahrzehnte ein Erfolgsmodell, doch dessen Produktion wurde 2023 eingestellt. Inzwischen produziert Ford in Köln zwei Elektroautos, deren Absatz jedoch weit hinter den Erwartungen zurückbleibt. Trotz Investitionen in Höhe von fast zwei Milliarden Euro konnten keine zufriedenstellenden Verkaufsergebnisse erzielt werden. Der Marktanteil von Ford in Deutschland sank 2024 auf 3,5 Prozent, ein Rückgang um 1,5 Prozentpunkte im Vergleich zu 2022.

Zwar erhält die deutsche Tochtergesellschaft über einen Zeitraum von vier Jahren mehrere Hundert Millionen Euro von der Konzernzentrale, doch Experten sehen darin keine nachhaltige Lösung. Branchenkenner wie Ferdinand Dudenhöffer und Stefan Bratzel äußern sich skeptisch zur Zukunft des Pkw-Geschäfts von Ford in Europa. Insbesondere die späte und zögerliche Reaktion auf die Elektromobilität sowie der zunehmende Wettbewerbsdruck durch chinesische Anbieter werden als gravierende Herausforderungen betrachtet.

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