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Ford und GM: Zwei Entwicklungen verändern die Anlagestrategie

Digitale Dienste bringen softwareähnliche Margen – doch chinesische Hersteller werden zur wachsenden Bedrohung.

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Ford und GM: Zwei Entwicklungen verändern die Anlagestrategie

Zwei Entwicklungen sollten Anleger dazu bewegen, ihre Anlagestrategie für Ford und General Motors (GM) zu überdenken. Zum einen erschließen beide US-Autobauer mit digitalen Dienstleistungen Bruttomargen, wie sie in der Automobilbranche bislang unbekannt waren. Zum anderen wächst mit den chinesischen Automobilherstellern eine Bedrohung heran, die rasant weltweit expandiert und für die einheimischen Hersteller im Fall eines Markteintritts in den USA katastrophale Folgen haben könnte.

Softwareähnliche Margen durch digitale Dienste

Im Zentrum der ersten Entwicklung steht der Wandel vom reinen Fahrzeugverkauf hin zu digitalen Dienstleistungen. Sowohl Ford als auch GM setzen darauf, mit Software und vernetzten Services Margen zu erzielen, die an die Profitabilität von Softwareunternehmen heranreichen. Damit unterscheiden sich die beiden Konzerne deutlich von der traditionellen Automobilwirtschaft, in der die Gewinnspannen im Fahrzeuggeschäft traditionell eng sind.

Dabei verfolgen Ford und GM unterschiedliche Wege. General Motors richtet seinen Fokus auf Privatkunden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Dienste OnStar und Super Cruise. OnStar ist das vernetzte Serviceangebot des Konzerns, während Super Cruise das Fahrassistenzsystem für teilautomatisiertes Fahren ist. Über solche Angebote will GM zusätzliche Erlöse von Privatkunden generieren, die über den einmaligen Fahrzeugkauf hinausgehen.

Ford hingegen konzentriert sich auf sein Geschäftsfeld für gewerbliche Kunden. Ziel ist es, den Wert der Fuhrparks zu steigern. Statt den Endverbraucher direkt anzusprechen, setzt Ford also auf Unternehmen und Flottenbetreiber, für die digitale Dienste einen konkreten betriebswirtschaftlichen Nutzen stiften können. Auf diese Weise will der Hersteller ebenfalls an margenstarken, wiederkehrenden Erlösen partizipieren.

Chinesische Hersteller als wachsende Gefahr

Die zweite Entwicklung betrifft die Konkurrenz aus China. Chinesische Automobilhersteller expandieren rasant auf globaler Ebene. Sollten sie den US-Markt erreichen, könnte dies für die einheimischen Hersteller eine Katastrophe bedeuten. Diese Warnung ist zentral für die Einschätzung der künftigen Perspektiven von Ford und GM.

Für deutsche Anleger ist der Blick auf den US-Automarkt insofern relevant, als Ford und GM zu den größten börsennotierten Autobauern der Welt zählen und sich ihre Kursentwicklung auch auf die Stimmung in der gesamten Branche auswirken kann. Der Vergleich mit den hiesigen Herstellern drängt sich auf: Auch europäische Konzerne stehen vor der Aufgabe, digitale Erlösquellen zu erschließen und sich gegenüber neuen Wettbewerbern aus Asien zu behaupten.

Entscheidend für Anleger ist damit die Frage, ob Ford und GM den Übergang zu softwareähnlichen Margen erfolgreich gestalten können – und ob sie rechtzeitig gerüstet sind, falls chinesische Hersteller auf den US-Markt drängen. Beide Entwicklungen zusammen bestimmen den künftigen Weg der beiden traditionsreichen Autobauer.

Die Kernpunkte im Überblick:

  • Ford und GM erschließen mit digitalen Diensten Bruttomargen, die in der Automobilbranche bisher unbekannt waren.
  • GM fokussiert Privatkunden mit OnStar und Super Cruise.
  • Ford setzt auf gewerbliche Kunden und die Steigerung des Werts von Fuhrparks.
  • Chinesische Hersteller expandieren rasant weltweit.
  • Ein Markteintritt in den USA könnte für die einheimischen Hersteller eine Katastrophe bedeuten.

Anleger sollten diese beiden Entwicklungen eng verfolgen, da sie die Bewertung von Ford und GM maßgeblich beeinflussen könnten. Wer in die Aktien der beiden Konzerne investiert, muss sowohl das Potenzial der digitalen Dienste als auch das Risiko durch die chinesische Konkurrenz im Blick behalten.

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