Flugverkehr in Frankfurt nach Aktivisten-Protest wieder aufgenommen
Verzögerungen weiterhin möglich – Aktivisten fordern Ausstieg aus fossilen Brennstoffen bis 2030

Der Flugbetrieb am Frankfurter Flughafen wurde gestern nach einer Störung durch Klimaaktivisten wieder aufgenommen. Ein Sprecher des Flughafens teilte mit, dass dennoch weiterhin mit Verzögerungen im Betriebsablauf zu rechnen sei. Am Morgen waren alle vier Start- und Landebahnen wieder offen und der Betrieb wurde schrittweise hochgefahren. Insgesamt waren rund 1.400 Flüge über Frankfurt geplant, jedoch kam es bislang zu etwa 140 Flugannullierungen. Fluggäste wurden gebeten, vor der Anreise den Status ihres Fluges auf den Internetseiten der Fluggesellschaften zu prüfen.
Die Bundespolizei berichtete, dass acht Aktivisten gegen 5 Uhr auf das eingezäunte Gelände des Flughafens gelangten. Während ein Aktivist am Zaun hängenblieb, erreichten sieben Personen den Sicherheitsbereich und klebten sich an den Kopfenden der beiden zentralen Start- und Landebahnen fest. Die Aktivisten wurden von Beamten festgesetzt, vom Boden gelöst und später an die hessische Landespolizei übergeben. Die Gruppe "Letzte Generation" bekannte sich zu der Aktion und erklärte, dass sechs ihrer Mitglieder beteiligt waren. Mit Kneifzangen hatten sie den Maschendrahtzaun zerschnitten und waren zu Fuß, mit Fahrrädern und Skateboards auf die Start- und Landebahnen gelangt. Die Aktion richtete sich gegen den Einsatz fossiler Brennstoffe.
Die "Letzte Generation" fordert die Abkehr von fossilen Energieressourcen bis 2030 und drängt die Bundesregierung, ein internationales Abkommen zu unterzeichnen, das den globalen Ausstieg aus Öl, Gas und Kohle bis 2030 regelt. Mehrere Politiker verurteilten die Störaktion scharf. Bundesinnenministerin Nancy Faeser nannte die Blockade "gefährlich, dumm und kriminell" und betonte, dass solche Taten strenger geahndet werden müssten. Auch Bundesverkehrsminister Volker Wissing sprach sich für härtere Strafen aus und betonte, dass der Gesetzgeber mit "maximaler Härte" reagieren müsse. Über die vorgeschlagenen Strafverschärfungen muss jedoch noch der Bundestag entscheiden.
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein und Innenminister Roman Poseck verurteilten die Aktion ebenfalls. Rhein bezeichnete die Aktivisten als "unverantwortliche und kriminelle Klima-Chaoten", die großen Schaden anrichten würden. Poseck erklärte, Eingriffe in den Luftverkehr stellten eine große Gefahr für die Sicherheit dar und hoffe, dass die "Letzte Generation" diese Form des Protests schnellstmöglich beendet. Der Flughafenbetreiber Fraport kündigte an, den beteiligten Personen drohten nun empfindliche Strafen und hohe zivilrechtliche Schadensersatzforderungen.
Am Mittwoch hatten Klimaaktivisten auch den Flugverkehr auf dem Flughafen Köln/Bonn etwa drei Stunden lang lahmgelegt. Die Polizei nahm Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr und Hausfriedensbruchs auf. Ähnliche Aktionen fanden an Flughäfen in anderen europäischen Ländern wie London und Oslo sowie in Spanien und Finnland statt.
