Flugtickets werden teurer trotz Billigflieger
Gebühren, Steuern und knappes Angebot treiben die Preise deutlich nach oben

Flugreisen ab Deutschland werden für Passagiere spürbar teurer – selbst bei Billigfluggesellschaften. Laut einer Analyse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sind die Ticketpreise im Sommer 2025 gestiegen, wobei die vier größten Anbieter im Direktflugsegment unterschiedlich hohe Preisaufschläge verzeichnen. Bei One-Way-Tickets ohne Gepäck reichte die Preisspanne von rund 67 Euro bei Wizz Air bis zu 130 Euro bei Eurowings. Im Vorjahr lagen diese Preise noch zwischen 66 und 110 Euro.
Besonders deutlich zeigt sich der Preisanstieg bei Ryanair, das im Vorjahr noch als günstigster Anbieter galt. Dort stieg der durchschnittliche Preis von 66 auf rund 80 Euro. Die britische Fluggesellschaft EasyJet erhöhte ihre Preise nur leicht – von 84 auf 86 Euro – und bleibt damit im Mittelfeld. Wizz Air, stark auf osteuropäische Ziele spezialisiert, senkte hingegen den durchschnittlichen Preis von 94 auf 67 Euro und ist damit der günstigste Anbieter im deutschen Markt.
Die Erhebung basiert auf Daten vom 11. März 2025. Ausgewertet wurden verschiedene europäische Strecken mit Vorausbuchungsfristen zwischen einem Tag und drei Monaten. Kurzfristig gebuchte Tickets waren dabei am teuersten – zwischen 119 Euro bei Wizz Air und 169 Euro bei Eurowings. Wer dagegen früh bucht, kann sparen: Bei drei Monaten Vorlauf betrugen die Durchschnittspreise 46 Euro bei Ryanair und 90 Euro bei Eurowings.
Trotz des wachsenden Anteils von Billigfliegern in Europa mit rund 30 Prozent Marktanteil, liegt der Anteil in Deutschland bei nur noch 21 Prozent – im innerdeutschen Verkehr sogar nur bei 15 Prozent. Marktführer im Low-Cost-Bereich bleibt Eurowings mit rund 39 Prozent Marktanteil bei den geplanten Flügen im Winter 2025. Zusammen mit Ryanair, Wizz Air und EasyJet kontrollieren diese vier Anbieter fast 90 Prozent des deutschen Billigflugsegments.
Als zentrale Kostentreiber gelten staatliche Abgaben, Steuern und das begrenzte Flugangebot. Besonders an den großen Flughäfen wie Frankfurt, München und Düsseldorf schlagen Gebühren deutlich zu Buche. Allein in Frankfurt zahlen Passagiere bei Inlandsflügen im Schnitt 74 Euro an staatlichen Abgaben. Auch international zählt Deutschland zu den teureren Abflugstandorten: Für einen Start in Frankfurt werden rund 59 Euro fällig, in Amsterdam sogar knapp 63 Euro.
Der ADAC empfiehlt Reisenden daher, frühzeitig zu buchen, Flughäfen in Grenznähe in Betracht zu ziehen und gründliche Preisvergleiche anzustellen. Flüge von ausländischen Flughäfen seien oft günstiger.
