Flughafenausbau in Griechenland treibt Tourismus voran
Investitionen und Privatisierungen stärken Infrastruktur und erschließen neue Urlaubsregionen

Griechenland verzeichnet seit Jahren einen anhaltenden Tourismusboom, der zu einem signifikanten Anstieg des Flugverkehrs geführt hat. Im Jahr 2024 wurden nahezu 40 Millionen Gäste registriert, was einen erneuten Tourismusrekord markiert. Das Passagieraufkommen an den Flughäfen des Landes übertraf das Vorkrisenjahr 2019 um 18 Prozent. Der Athener Flughafen, der größte des Landes, verzeichnete in den ersten elf Monaten des Jahres 2024 einen Anstieg der Passagierzahlen um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Angesichts dieser Entwicklung investiert Griechenland massiv in die Erweiterung seiner Flughafeninfrastruktur.
Der Flughafen in Heraklion auf Kreta ist mit jährlich fast zehn Millionen Passagieren überlastet. Zur Entlastung wird in Kastelli, etwa 17 Kilometer südlich von Heraklion, ein neuer Flughafen gebaut. Das Bauprojekt wird von der Ariadne Airport Group, bestehend aus dem griechischen Baukonzern GEK Terna und dem indischen Betreiber GMR Airports, realisiert. Die ersten Flugzeuge sollen dort 2027 landen, wobei das Konsortium den Flughafen mindestens 32 Jahre lang betreiben wird. Auch der Athener Flughafen wird ausgebaut. Geplant ist eine Erweiterung der Kapazität auf 40 Millionen Passagiere sowie Investitionen in Höhe von rund 650 Millionen Euro. Neben neuen Terminals sollen ein mehrstöckiges Parkhaus und zusätzliche Abstellpositionen für Flugzeuge entstehen.
Ein deutscher Konzern profitiert ebenfalls vom griechischen Tourismuswachstum. Die Fraport AG betreibt seit 2017 insgesamt 14 griechische Regionalflughäfen, darunter solche an beliebten Urlaubszielen wie Rhodos, Mykonos, Santorini und Korfu. Während der Heimatflughafen in Frankfurt rückläufige Passagierzahlen verzeichnete, stiegen die Zahlen an den griechischen Fraport-Flughäfen zwischen Januar und November 2024 um 6,4 Prozent. Seit dem Einstieg in Griechenland hat Fraport bereits über 600 Millionen Euro in die Modernisierung der Flughäfen investiert und plant, in den nächsten fünf Jahren weitere 200 Millionen Euro zu investieren. Zudem übernahm das Unternehmen kürzlich die Betriebskonzession für den Flughafen Kalamata auf der Halbinsel Peloponnes, die für eine wachsende touristische Bedeutung bekannt ist.
Darüber hinaus bereitet der griechische Staatsfonds die Privatisierung der verbleibenden 22 Regionalflughäfen vor. Diese Flughäfen sollen en bloc an einen Betreiber übergeben werden. Ziel ist es, alle 38 Verkehrsflughäfen des Landes bis Ende des Jahres zu privatisieren. Besonders Inselflughäfen auf weniger frequentierten Reisezielen wie Paros, Syros und Naxos gelten als touristisch vielversprechend.
