Fluggesellschaften ziehen sich aus Deutschland zurück
Hohe Gebühren und schrumpfende Routen erschweren Reisenden die Planung erheblich

Die steigenden Gebühren an deutschen Flughäfen führen dazu, dass sich immer mehr Billigfluggesellschaften aus dem deutschen Markt zurückziehen. Wizz Air, eine ungarische Airline, plant, im kommenden Winterflugplan ihre Flüge ab dem Flughafen Köln-Bonn einzustellen. Obwohl derzeit noch Gespräche zwischen der Fluggesellschaft und dem Flughafenbetreiber laufen, gilt es als unwahrscheinlich, dass Wizz Air weiterhin Flüge von Köln nach Skopje und Tirana anbieten wird. Dieser Rückzug ist Teil eines größeren Trends, bei dem Fluggesellschaften aufgrund hoher staatlicher Gebühren und steigender Kosten, etwa für Luftsicherheit und Flugsicherung, ihre Präsenz in Deutschland reduzieren.
Ryanair, die irische Billigfluglinie, kündigte ebenfalls an, ihr Flugangebot ab Berlin im Sommer 2025 um 20 Prozent zu reduzieren. Statt bisher neun Maschinen sollen dann nur noch sieben Jets in Berlin stationiert sein. Ryanair begründet diese Entscheidung mit den stark gestiegenen Kosten, die nicht gesenkt werden konnten. Auch Easyjet hat bereits im Winterflugplan 2022/2023 ihre Flotte in Berlin von 18 auf 11 Flugzeuge reduziert. Lufthansa selbst hat das Flugangebot an vielen deutschen Flughäfen ebenfalls deutlich zurückgefahren.
Die höheren Kosten betreffen insbesondere Kurz- und Mittelstreckenflüge. Für die Airlines lohnen sich diese Strecken oftmals nicht mehr, und die knappen verfügbaren Flugzeuge werden auf lukrativere Routen verlegt. Die Gebühren an deutschen Flughäfen sind seit 2019 teilweise drastisch gestiegen. Ein Beispiel: In Düsseldorf kostete ein Flug mit einem Airbus A320 im Jahr 2019 noch 2227 Euro, im Mai 2024 waren es bereits 4390 Euro – ein Anstieg um 97 Prozent. Ähnlich sieht es in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg aus. Im Gegensatz dazu haben andere europäische Flughäfen wie Oslo, Barcelona, Madrid oder Istanbul ihre Gebühren stabil gehalten.
Die Fluggäste in Deutschland spüren diese Veränderungen bereits deutlich. So wurden in Düsseldorf allein in der aktuellen Sommersaison 24 Flugziele gestrichen, die 2019 noch angeboten wurden. Auch in Stuttgart und Berlin sind die Zielorte spürbar weniger geworden. Viele Flugverbindungen werden zu Monopolstrecken, bei denen nur noch eine Airline oder eine Airline-Gruppe die Route bedient. Dies gibt den Anbietern die Möglichkeit, die Ticketpreise nach Belieben zu gestalten. Während auf Strecken mit Wettbewerb die Preise oft günstiger sind, zahlen Fluggäste auf Monopolrouten erheblich mehr.
Diese Entwicklung betrifft nicht nur deutsche Airlines. Auch ausländische Fluggesellschaften bedienen zunehmend Monopolstrecken. So fliegt etwa SAS exklusiv von Stuttgart nach Kopenhagen, während KLM die Strecke von Stuttgart nach Amsterdam allein betreibt.
