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Flexibler Stromverbrauch: Deutsche Haushalte könnten 1,65 Milliarden Euro sparen

Digitale Stromzähler könnten deutschen Haushalten helfen, Geld zu sparen – bis zu 1,65 Milliarden Euro wären laut Eon möglich.

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Flexibler Stromverbrauch: Deutsche Haushalte könnten 1,65 Milliarden Euro sparen

Die Stromrechnungen deutscher Haushalte müssten nicht so hoch ausfallen – wenn Deutschland seinen Rückstand bei der Installation digitaler Stromzähler endlich aufholen würde. Nach Berechnungen des Energiekonzerns Eon und der Forschungsstelle für Energiewirtschaft beläuft sich das theoretische Einsparpotenzial flexiblen Stromverbrauchs für Hausbesitzer und Mieter allein in diesem Jahr auf bis zu 1,65 Milliarden Euro.

Realität ist dieses Potenzial allerdings noch nicht. In den meisten deutschen Häusern drehen weiterhin analoge Stromzähler, die zwar die verbrauchte Strommenge erfassen, nicht jedoch den Zeitpunkt des Verbrauchs. Dadurch fehlt der Anreiz, Waschmaschine oder Geschirrspüler genau dann einzuschalten, wenn der Strom besonders günstig ist.

Der Hintergrund: Der Börsenstrompreis schwankt im Tagesverlauf erheblich. Teuer ist der Strom am frühen Morgen und am frühen Abend, während Mittagszeit und Nacht günstigere Preise bieten, wie Serafin von Roon, Geschäftsführer der Forschungsstelle, erläutert. Wer seinen Verbrauch flexibel gestaltet, kann von diesen Preisdifferenzen profitieren – sofern die Messtechnik dies überhaupt abbildet.

Milliarden Kilowattstunden ließen sich verlagern

Für die Studie haben Eon und die Forschungsstelle berechnet, welcher Anteil des Stromverbrauchs deutscher Haushalte nicht an eine feste Tageszeit gebunden ist. Verschiebbar wären demnach in diesem Jahr 18,3 Terawattstunden – das entspricht 18,3 Milliarden Kilowattstunden. Bis zum Jahr 2031 könnte sich dieses Potenzial dank des Ausbaus der erneuerbaren Energien auf 34 Terawattstunden erhöhen.

Zur Einordnung: Der jährliche Stromverbrauch in Bayern liegt bei etwa 80 Terawattstunden. Das kurzfristig verschiebbare Potenzial entspricht damit einem erheblichen Teil des Verbrauchs eines gesamten Bundeslandes – ein beachtlicher Hebel für den deutschen Strommarkt.

Die Möglichkeiten zur Flexibilisierung sind jedoch höchst ungleich verteilt. Hausbesitzern mit Solaranlage auf dem Dach und Batteriespeicher im Keller fällt es vergleichsweise leicht, ihren Verbrauch zeitlich zu verschieben. Schwieriger gestaltet sich das für Mieter: Wegen der üblichen Tarife mit fixem Preis pro Kilowattstunde haben sie keinen finanziellen Anreiz, ihre Haushaltsgeräte zu günstigen Tageszeiten anzuschalten.

Rollout digitaler Zähler: Deutschland hinkt hinterher

Auch in Deutschland ist der Austausch analoger gegen digitale Stromzähler mittlerweile Pflicht, doch die Umstellung erfolgt nur schrittweise. Die Koalition will den sogenannten Rollout bis 2030 weitgehend abschließen. Im internationalen Vergleich ist das ein zähes Tempo.

„Im Vergleich zu anderen Ländern sind wir total langsam", sagte Thon. „Italien, Niederlande, Skandinavien, UK, die sind mit Smart Meter seit Jahren ausgestattet." Während diese Länder ihre digitale Messinfrastruktur längst flächendeckend nutzen, steckt Deutschland noch in der Anfangsphase – mit direkten Folgen für die Geldbeutel der Verbraucher.

Aus Anlegersicht ist die Entwicklung dennoch bemerkenswert: Eon und die Forschungsstelle beziffern das Einsparpotenzial allein für dieses Jahr auf bis zu 1,65 Milliarden Euro. Sollte sich der Rollout der digitalen Stromzähler wie geplant bis 2030 weitgehend abschließen, rückt ein Teil dieses Potenzials in greifbare Nähe. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob Deutschland den Rückstand aufholt – und ob die Haushalte die versprochenen Ersparnisse tatsächlich auf ihren Stromrechnungen sehen.

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