Flatexdegiro beendet Bafin-Sonderprüfung erfolgreich
Sparpotenzial in Millionenhöhe und neues Kryptoangebot geplant nach Mängelbehebung

Flatexdegiro, ein führender Onlinebroker, hat keinen Sonderbeauftragten der Bafin mehr im Unternehmen. Das gab das in Frankfurt ansässige SDax-Unternehmen bekannt. Das Mandat des Sonderbeauftragten endete am 30. September 2024, nachdem die schwerwiegenden Mängel, die im Rahmen einer Sonderprüfung im Jahr 2022 festgestellt worden waren, erfolgreich behoben wurden. Diese Mängel betrafen das interne Kontrollsystem, das aufsichtliche Meldewesen sowie die Geldwäscheprävention bei der Flatexdegiro Bank, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft von Flatexdegiro.
Im Jahr 2019 hatte Flatex den niederländischen Konkurrenten Degiro übernommen und seither ein starkes Wachstum verzeichnet. Bis Ende September 2022 verwaltete das Unternehmen rund 2,4 Millionen Kundenkonten und hielt Vermögenswerte im Wert von über 40 Milliarden Euro. Aufgrund dieses Wachstums wurde Flatexdegiro von der Finanzaufsicht nicht mehr als „kleines und nicht-komplexes“ Institut eingestuft, was zu strengeren regulatorischen Anforderungen führte.
Derzeit betreut Flatexdegiro 2,96 Millionen Kundenkonten und verwaltet Vermögenswerte im Wert von über 64 Milliarden Euro. Die Beendigung des Mandats des Sonderbeauftragten ermöglicht es dem Unternehmen nun, sich wieder auf Wachstumsprojekte zu konzentrieren. Ein Sprecher des Unternehmens betonte, dass zwar noch kleinere Mängel vorhanden seien, diese jedoch in den kommenden Monaten behoben würden. Eine erneute Sonderprüfung sei nicht vorgesehen, und die Bafin werde regelmäßig über die Fortschritte informiert.
Der neue CEO von Flatexdegiro, Oliver Behrens, der seine Position am 1. Oktober 2024 übernommen hat, äußerte sich positiv über die Entwicklungen. Er erklärte, dass das Unternehmen seine Strukturen und Prozesse in Zusammenarbeit mit der Bafin und dem Sonderbeauftragten gestärkt habe. Behrens kündigte zudem an, dass sich Flatexdegiro nach der Behebung der Mängel wieder auf seine Kunden und künftige Wachstumsprojekte konzentrieren werde.
Durch das Ende des Mandats des Sonderbeauftragten und die Lösung der Mängel rechnet Flatexdegiro mit Einsparungen in einstelliger Millionenhöhe. Ein Teil dieser Mittel soll in die Entwicklung neuer Produkte fließen. Bis Ende des Jahres plant das Unternehmen, ein Kryptoangebot auf den Markt zu bringen, das eine Erweiterung der bestehenden Dienstleistungen darstellt.
