First Citizens Bank enttäuscht mit Zinsertrags-Prognose
First Citizens BancShares senkt die Erwartungen für 2026 deutlich. Die US-Regionalbank rechnet mit sinkenden Nettozinserträgen durch fallende Kreditrenditen bei gleichzeitig stabilen Einlagenkosten.

First Citizens BancShares hat mit seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2026 die Anleger enttäuscht. Die US-Regionalbank erwartet einen Nettozinsertrag zwischen 6,5 und 6,9 Milliarden US-Dollar – deutlich unter den Analystenerwartungen von 6,92 Milliarden Dollar. Die Aktie geriet daraufhin unter Druck und zog den gesamten Bankensektor mit nach unten.
Zinssenkungen belasten die Margen
Die schwache Prognose ist eine direkte Folge der erwarteten Zinssenkungen durch die US-Notenbank Federal Reserve. "Angesichts der anhaltenden Zinssenkungen erwarten wir einen Rückgang der Zinserträge aus Krediten, getrieben durch eine sinkende Rendite", erklärte Finanzvorstand Craig Nix gegenüber Analysten. Das Problem: Die Renditen aus Krediten sinken schneller als die Kosten für Einlagen, was die Gewinnmargen unter Druck setzt.
Die Bank kalkuliert in ihrer Prognose mit null bis vier Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte im Jahr 2026. Den Tiefpunkt beim Nettozinsertrag erwartet First Citizens bereits im ersten Quartal. "Es war eindeutig eine schwierige Anpassung an niedrigere Zinsen", kommentierte Brian Foran, Analyst bei Truist.
Branchenweite Belastung für Regionalbanken
Die Nachricht belastete auch andere Bankaktien. Der KBW Nasdaq Regional Banking Index fiel im Nachmittagshandel um rund 3 Prozent. "Wenig gute Nachrichten von den Finanzwerten heute", konstatierte Macrae Sykes, Portfoliomanager bei Gabelli Funds.
Die Problematik betrifft die gesamte Branche der US-Regionalbanken: In einem Umfeld sinkender Zinsen müssen diese ihre Kreditkonditionen schneller anpassen als die Verzinsung der Kundeneinlagen, was die Zinsmarge – die wichtigste Ertragskennzahl im Bankgeschäft – schmälert.
Solides Quartalsergebnis kann nicht überzeugen
Trotz eines positiven vierten Quartals 2025 konnte First Citizens die Investoren nicht beruhigen. Der bereinigte Gewinn stieg auf 634 Millionen US-Dollar, verglichen mit 628 Millionen Dollar im Vorjahr. Unterstützt wurde das Ergebnis durch einen leicht höheren Nettozinsertrag und deutlich gesunkene Rückstellungen, die im Jahresvergleich um über 65 Prozent zurückgingen.
Die Aktienperformance spiegelt die Unsicherheit wider: Nach starken Jahren 2023 und 2024 mit Kursgewinnen von 87 beziehungsweise 49 Prozent legte die Aktie im Jahr 2025 nur noch magere 1,6 Prozent zu. Die aktuelle Prognose dürfte den Aufwärtstrend weiter bremsen.
Ausblick für deutsche Anleger
Für Investoren in deutsche Bankaktien liefert die Entwicklung bei First Citizens wichtige Hinweise: Auch europäische Banken könnten unter Druck geraten, sollte die Europäische Zentralbank ihren Zinssenkungskurs fortsetzen. Die Zinsmarge bleibt der entscheidende Faktor für die Profitabilität im Bankensektor – sowohl in den USA als auch in Europa.
