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FIRE-Bewegung: Vom Extrem-Sparer zum Coast FIRE

Ein Finanzcoach wollte mit 40 in Rente gehen und sparte über 50% seines Einkommens. Doch die extreme Sparsamkeit führte zur Eheberatung. Heute arbeitet er nur noch halbtags und ist glücklicher.

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FIRE-Bewegung: Vom Extrem-Sparer zum Coast FIRE

Andy Hill (44) hatte einen Plan: So früh wie möglich in den Ruhestand gehen. Der Marketing-Manager für Corporate Events fühlte sich ausgebrannt von ständigen Reisen und Wochenendveranstaltungen. Was in seinen Zwanzigern noch Spaß machte, wurde nach der Familiengründung zur Belastung.

Ab 2016 verfolgte Hill die FIRE-Strategie (Financial Independence, Retire Early) mit eiserner Disziplin. Er und seine Frau sparten über 50% ihres gemeinsamen Einkommens, kauften nur in Discountern ein und verkauften alles "Unnötige" im Haushalt. Einladungen von Freunden und Familie lehnten sie ab, wenn diese nicht ins strikte Budget passten.

Erfolg mit Nebenwirkungen

Die Zahlen waren beeindruckend: Das Paar tilgte Schulden von 50.000 Dollar und baute ein Portfolio von 500.000 Dollar auf. Doch als Hill vorschlug, noch mehr zu sparen, eskalierten die Geldgespräche zu Streitigkeiten. "Das Supersparer-Ding führte uns in die Eheberatung", gibt Hill gegenüber CNBC Make It zu.

Der aggressive Sparkurs hatte seinen Preis: Hill verpasste Kindergeburtstage wegen Geschäftsreisen, arbeitete für Vorgesetzte, die Leistung an Anwesenheit maßen, und vernachlässigte Gesundheit und Familie. "Ich war sehr an traditionellem FIRE interessiert, hartnäckig, ich muss hier raus. Das hat für mein Leben nicht gut funktioniert."

Coast FIRE als Kompromiss

In der Eheberatung fanden Hill und seine Frau einen neuen Ansatz: Coast FIRE. Das Konzept besagt, dass man aufhören kann, aggressiv zu sparen, sobald genug Kapital vorhanden ist, das bis zum Renteneintritt von selbst wächst. Man nimmt den "Fuß vom Gas" und "segelt" (coastet) dem Ruhestand entgegen.

Hills Frau schlug vor, das für Mietobjekte gesparte Geld zu nutzen, um seinen Podcast "Marriage Kids and Money" in ein vollwertiges Geschäft umzuwandeln. "Das war ein Erleuchtungsmoment", erinnert sich Hill. Warum auf den Ruhestand warten, wenn man jetzt schon seiner Leidenschaft nachgehen kann?

Weniger Geld, mehr Leben

2020 machte sich Hill selbstständig als Finanzcoach und Redner. Sein Jahreseinkommen sank von 180.000 Dollar auf 100.000 Dollar – bei halbierter Arbeitszeit von 20 bis 25 Stunden pro Woche statt 40 bis 50 Stunden. Die Sparquote reduzierten er und seine Frau von über 50% auf 25 bis 30%.

"Wir haben einen Mittelweg gefunden", sagt Hill. "Wir können weiterhin sparen und investieren, aber stecken einen Teil wieder in unseren Lebensstil." Seine Erfahrungen teilt er in seinem neuen Buch "Own Your Time: 10 Financial Steps to Put Your Family First and Escape the Corporate Grind".

Zeitfreiheit statt Geldmaximierung

Für Paare empfiehlt Hill, gemeinsame Träume zu entwickeln statt individueller Finanzziele. "Es geht darum, von der Position des persönlichen Träumens auszugehen und diese Träume mit dem Ehepartner zu teilen, so dass Sie für coole Familienziele zusammenkommen können, die für beide funktionieren."

Der Coast FIRE-Ansatz ermöglicht es, die Altersvorsorge im Hintergrund wachsen zu lassen, während man sich auf Zeitfreiheit und Lebensqualität konzentriert – ein Kompromiss zwischen finanziellem Ehrgeiz und gegenwärtigem Lebensglück.

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