Finma überwacht UBS bei Credit-Suisse-Integration
Strenge Kontrollen sollen problematische Kunden und finanzielle Risiken minimieren.

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma) überwacht die Großbank UBS genau, um sicherzustellen, dass die Integration der wohlhabenden Risikokunden der übernommenen Credit Suisse korrekt verläuft. Insidern zufolge hat die Behörde Anfang des Jahres die Filter überprüft, die die UBS verwendet, um Kunden der Credit Suisse zu durchleuchten und sicherzustellen, dass keine problematischen Klienten in den Büchern der UBS landen. Diese Filtertechnologien sind Teil der Compliance-Vorschriften, die Banken nutzen, um potenzielle Risiken wie Geldwäsche zu erkennen und zu verhindern.
Die Finma tauschte sich mit der UBS über die angewandten Filter und die sogenannten „Know-your-client“-Regeln aus. Diese Regeln umfassen eine Reihe von Verfahren, mit denen Banken die Identität ihrer Kunden und die mit ihnen verbundenen Informationen überprüfen. Die Behörde kontrollierte auch, wie die UBS künftige Kunden hinsichtlich ihres Risikoprofils bewertet, sei es hoch oder niedrig. Ob die Finma die UBS aufgrund ihrer Kontrollen zu bestimmten Maßnahmen aufgefordert hat, konnte Reuters nicht in Erfahrung bringen. Weitere Abklärungen seitens der Finma könnten folgen, während die Integration der Credit-Suisse-Kunden auf die UBS-Plattformen fortschreitet.
Ein Sprecher der UBS erklärte, dass bei den Vorbereitungen für den Transfer der Credit-Suisse-Kunden die strengen Kundenprüfungsverfahren angewendet würden, die UBS bereits vor der Übernahme des Rivalen eingeführt habe. Diese Verfahren entsprächen den regulatorischen Anforderungen. Die Finma betonte, dass die Integration der Credit Suisse in die UBS ein zentrales Anliegen der Aufsicht sei und dass sie die Entwicklungen im Bereich der finanziellen und nicht-finanziellen Risiken genau verfolge. Die Behörde habe ihr Aufsichtsteam für die UBS erweitert und setze alle ihr zur Verfügung stehenden Instrumente ein, einschließlich Vor-Ort-Kontrollen.
Das Vorgehen der Finma verdeutlicht das Ausmaß ihres Eingreifens bei der Integration der Credit Suisse. Die Aufsicht wurde in der Schweiz im Zusammenhang mit dem Kollaps der Credit Suisse im März 2023 stark kritisiert. Der neue Finma-Chef Stefan Walter, der das Amt im April übernommen hat, fordert mehr regulatorische Befugnisse zur Überwachung der Banken. Von Anfang an habe sich die Finma um eine enge Einbindung in die Integration bemüht, so die Insider.
Die Finma versucht, die Finanzstabilität der Schweiz nach der Übernahme der Credit Suisse durch die UBS zu sichern. Diese Übernahme hat einen Finanzriesen geschaffen, dessen Bilanzsumme fast doppelt so groß ist wie die jährliche Wirtschaftsleistung (BIP) des Landes. Unter der Leitung von Konzernchef Sergio Ermotti befindet sich die UBS in einer schwierigen Phase: Rund 2000 Beschäftigte arbeiten an der Integration von Hunderttausenden Kunden, um die bis Ende 2026 angestrebten Kosteneinsparungen von 13 Milliarden Dollar zu erreichen.
Die globale Vermögensverwaltung, das Aushängeschild der UBS, trug im Jahr 2023 mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes von 40,8 Milliarden Dollar bei. Im Kerngeschäft mit wohlhabenden und superreichen Kunden strebt die UBS an, bis 2028 verwaltete Vermögen von fünf Billionen Dollar zu erreichen. Ende 2023 betrugen diese Vermögen 3,8 Billionen Dollar.
