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Finanzmärkte in Aufruhr: KI-Crash, Yen-Intervention und Nahost-Krise

Kein Sommerloch: KI-Aktien im Billionen-Ausverkauf, Yen-Intervention und US-Jobdaten sorgen für turbulente Märkte.

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Finanzmärkte in Aufruhr: KI-Crash, Yen-Intervention und Nahost-Krise

Die Finanzmärkte erleben keine ruhige Sommerpause. Ein Ausverkauf bei KI-bezogenen Aktien im Billionen-Dollar-Volumen, eine gemeinsame Yen-Intervention Japans und der USA, eskalierende Waldbrände in Europa und neue Entwicklungen im Nahost-Konflikt bestimmen das Geschehen. Dazu liefert der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag wichtige Signale für die weitere Zinspolitik der Federal Reserve.

Die KI-getriebene Hausse hat sich innerhalb weniger Wochen von einer scheinbar unaufhaltsamen Entwicklung zu einer spektakulär volatilen Phase gewandelt. Anleger sind zunehmend beunruhigt über die Rentabilität, den Wettbewerb und die Frage, wer die enormen Investitionen letztlich finanziert. Das Ergebnis ist eine beispiellose Volatilität bei Chipherstellern und anderen KI-bezogenen Aktien.

Der südkoreanische KOSPI liefert dafür das eindrücklichste Beispiel: Der Index legte am Freitag um 18 Prozent zu – nachdem er in den vorangegangenen sechs Wochen um 40 Prozent eingebrochen war. Auch die Kosten für die Absicherung gegen Zahlungsausfälle bei einigen KI-Hyperscalern sind gestiegen, da die Verschuldung zunimmt und Gewinnberichte immer dramatischere Marktreaktionen auslösen.

Weitere Turbulenzen bei KI-Werten erwartet

Weitere Turbulenzen könnten bevorstehen. Elon Musks SpaceX legt seine ersten Ergebnisse seit dem fulminanten Börsengang im Juni vor. Seitdem ist der Marktwert des Unternehmens um schwindelerregende eine Billion US-Dollar eingebrochen – ein Rückgang, der die Nervosität der Investoren gegenüber dem gesamten Technologiesektor widerspiegelt.

Auch an den Devisenmärkten gibt es seismische Aktivitäten. Japan und die USA haben zum ersten Mal seit 1998 gemeinsam interveniert, um den Yen zu stützen. Tokio betonte dabei, man sei bereit, dies bei Bedarf fortzusetzen. Eine solche koordinierte Intervention zweier Großmächte ist ein seltenes Ereignis und signalisiert den Ernst der Lage am Devisenmarkt.

Nahost-Konflikt und Ölpreise unter Beobachtung

Im Nahen Osten richten sich die Blicke auf neue Verhandlungen. US-Präsident Donald Trump erklärte, dass am Montag neue Gespräche mit dem Iran stattfinden werden. Er vermied es diesmal, eine feste Frist für eine Einigung zu setzen, sagte jedoch, er habe unmittelbar bevorstehende US-Angriffe abgesagt, um die Chancen auf einen Erfolg zu erhöhen.

Die Drohnenangriffe der vergangenen Woche auf zwei Gastanker in US-Besitz im ägyptischen Mittelmeerhafen Damietta eröffneten eine potenzielle neue Front in dem fünfmonatigen Konflikt. Die Ölpreise stiegen kurzzeitig auf über 100 US-Dollar pro Barrel, da die Sorge wuchs, dass der Verkehr durch den Suezkanal bedroht sein könnte. Die Nachricht über erneute Gespräche ließ den Ölpreis jedoch wieder unter 85 US-Dollar sinken.

Saudi-Arabien schloss sich öffentlich den US-Angriffen auf dem Iran nahestehende Gruppen im Ostirak an. Gleichzeitig skizzierte Riad einen Plan zur Führung einer Koalition aus 14 Ländern, um die Verteidigung zur See in der Meerenge von Bab el-Mandeb, im Roten Meer und im Golf von Aden zu verstärken – allesamt kritische Nadelöhre für die weltweite Energieversorgung.

US-Jobdaten als Schlüssel für Fed-Zinsentscheidung

Am Freitag erhalten die Märkte mit der Veröffentlichung der Non-Farm Payrolls neue Erkenntnisse über die US-Wirtschaft. Von Reuters befragte Ökonomen erwarten für den Juli-Bericht einen Zuwachs von 91.000 Stellen, während die Arbeitslosenquote bei 4,3 Prozent verharren dürfte. Ein stärker als erwartet ausfallender Wert könnte die Wetten darauf erhöhen, dass die Fed bei ihrer nächsten Sitzung im September die Zinsen erneut anheben muss.

Die US-Notenbank ließ die Zinsen zuletzt unverändert, doch drei Ratsmitglieder stimmten für eine Anhebung. Fed-Vorsitzender Kevin Warsh bekräftigte die Entschlossenheit der Notenbank, die Inflation auf ihr Ziel von 2 Prozent zurückzuführen. Die hartnäckig über dem Zielwert liegende Inflation bleibt damit das zentrale Thema für die Geldpolitik.

Europa kämpft mit Hitzewelle und wirtschaftlichen Folgekosten

Europas Rekord-Hitzewelle hält an. Waldbrände, die Teile Spaniens und Frankreichs verwüstet haben, greifen nun auf Italien und Griechenland über. Das Austrocknen der Donau zwang Ungarn dazu, sein einziges Kernkraftwerk herunterzufahren – ein drastisches Beispiel für die wirtschaftlichen Folgen der Extremwetterlage.

Die wirtschaftlichen Kosten steigen – von Gesundheitsausgaben und Versicherungsansprüchen bis hin zu Wiederaufbaukosten und höheren Lebensmittelpreisen. Das trifft viele hochverschuldete Regierungen zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt, da sie bereits mit den Folgen des Iran-Krieges zu kämpfen haben. Zusätzlich erscheint ein „Super-El-Niño"-Ereignis immer wahrscheinlicher, was das Risiko für weitere extreme Wetterereignisse weltweit erhöht.

In Deutschland hat eine umstrittene Kabinettsumbildung den Druck auf Bundeskanzler Friedrich Merz erhöht, während das Land ebenfalls mit Rekordtemperaturen kämpft. In Großbritannien warnen große Supermarktketten vor einem drohenden weiteren Lebensmittelpreisschock.

Indische Zentralbank vor schwieriger Entscheidung

Die indische Zentralbank (Reserve Bank of India) gibt am Mittwoch ihre jüngste Zinsentscheidung bekannt. Die meisten von Reuters befragten Ökonomen erwarten keine Änderung des Leitzinses von 5,25 Prozent. Die Behörden werden jedoch versuchen, die Rupie zu stützen, die in diesem Jahr zu den asiatischen Währungen mit der schlechtesten Wertentwicklung gehört.

Im Juni stellte die Zentralbank Maßnahmen vor, die darauf abzielen, Kapitalzuflüsse zu fördern und die Leistungsbilanz zu stärken. Diese Schritte zogen im ersten Monat mehr als 20 Milliarden US-Dollar an, doch die erneute Stärke der Ölpreise hat den Ausblick seither getrübt. Die Verbraucherinflation hat zuletzt zum ersten Mal seit über einem Jahr das Ziel der Zentralbank überschritten – dennoch erwarten Ökonomen, dass die Wachstumsrisiken die Entscheidungsträger vorerst von Zinserhöhungen abhalten werden.

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