Finanzmärkte vor der Bundestagswahl unter Spannung
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Die gestrige Bundestagswahl sorgte am Freitag für Unsicherheit an den Finanzmärkten. Viele Anleger blickten nervös auf den Wahltag und die mögliche Regierungsbildung. Der DAX verzeichnete vor dem Wochenende leichte Gewinne und notiert mit einem Plus von 0,2 Prozent bei 22.364 Punkten. Dabei hat der Index die Unterstützungszone zwischen 22.200 und 22.300 Punkten genutzt, um sich zu stabilisieren. Dennoch bleibt fraglich, ob es sich um eine nachhaltige Erholung oder lediglich um eine technische Gegenreaktion handelt. Nach dem erneuten Scheitern an der 23.000-Punkte-Marke bleibt der Markt anfällig für weitere Rückgänge.
Auch neue Konjunkturdaten aus dem Euroraum dämpfen die Stimmung. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global stagnierte im Februar bei 50,2 Punkten und blieb damit nur knapp über der Expansionsgrenze. Analysten hatten einen Anstieg erwartet. In Deutschland zeigt sich ein gemischtes Bild: Während die Stimmung im Dienstleistungssektor leicht nachgab, verzeichnete der Industriesektor einen unerwarteten Zuwachs, was als verhalten positives Signal gewertet wird.
An den US-Börsen deutet sich eine moderate Erholung an. Die Futures auf den Dow Jones und den Nasdaq 100 zeigen zum Wochenschluss leichte Gewinne. Der Euro gibt indes weiter nach und notiert 0,3 Prozent tiefer bei 1,0471 Dollar. Experten sehen in den aktuellen Konjunkturdaten keinen Hinweis darauf, dass die Europäische Zentralbank von weiteren Zinssenkungen abrücken könnte.
Gold liegt mit 2.932 Dollar je Feinunze leicht unter dem Rekordhoch vom Vortag, als das Edelmetall mit 2.955 Dollar eine neue Bestmarke erreichte. Die jüngste Preisrally wurde unter anderem durch die gestiegene Nachfrage nach sicheren Anlagen und Spekulationen über mögliche neue Handelszölle in den USA begünstigt. Die Ölpreise setzen dagegen ihre Verluste fort. Brent-Rohöl fällt um ein Prozent auf 75,73 Dollar pro Barrel, da sich die Hoffnungen auf eine stabile Nachfrage trotz sinkender Lagerbestände in den USA nicht bestätigen.
Im DAX steht Airbus unter Druck. Die Analysten von Jefferies haben die Kaufempfehlung für die Aktie gestrichen und das Kursziel von 190 auf 180 Euro gesenkt. Die Anleger sollen auf eine stärkere Produktionsdynamik warten, bevor sich positive Impulse für den Aktienkurs ergeben. Mercedes-Benz veräußert sein Werk im argentinischen Virrey del Pino an eine Investorengruppe um den Unternehmer Pablo Peralta. Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.
Audi-Chef Gernot Döllner fordert verbesserte Rahmenbedingungen für die europäische Automobilindustrie. Er sieht strukturelle Defizite und Handlungsbedarf insbesondere in Deutschland. Die hohen Energiepreise und die geringe Arbeitsproduktivität belasten den Standort.
Aktien von ProSiebenSat.1 steigen um 10,1 Prozent auf 5,92 Euro, nachdem Berichte über ein mögliches Übernahmeangebot durch MediaforEurope (MFE) nach den Bundestagswahlen bekannt wurden. Währenddessen musste Thyssenkrupp einen Rückschlag hinnehmen, da der Investor CE Capital seine Gespräche über eine Beteiligung an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) beendet hat. Sollte kein neuer Käufer gefunden werden, droht die Schließung des Unternehmens.
Die Deutsche Beteiligungs AG startet ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 20 Millionen Euro. Nissan könnte unterdessen eine strategische Partnerschaft mit Tesla anstreben. Berichte über eine mögliche Beteiligung des US-Elektroautobauers ließen die Nissan-Aktien in Tokio zum Wochenschluss kräftig steigen.
Air Liquide profitierte von einer starken Nachfrage nach medizinischen Gasen und einem Sparprogramm. Der Gewinn des Unternehmens stieg um 7,4 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro, und die Dividende wird von 2,90 auf 3,30 Euro je Aktie erhöht. Delta Airlines bietet den Passagieren der Bruchlandung in Toronto eine Entschädigung von 30.000 Dollar pro Person an, während die Untersuchungen zur Ursache des Vorfalls andauern.
Pfizer stellt die Entwicklung seiner Gentherapie Beqvez zur Behandlung von Hämophilie ein. Die Nachfrage sei zu gering, sodass das Unternehmen keine wirtschaftliche Perspektive mehr sieht. OpenAI meldet unterdessen ein starkes Wachstum seiner Nutzerzahlen. Seit Dezember ist die Zahl der wöchentlichen Nutzer um 33 Prozent auf 400 Millionen gestiegen, während die Anzahl der zahlenden Firmenkunden sich auf zwei Millionen verdoppelt hat.
