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Ferrari trotzt US-Strafzöllen mit Preiserhöhungen

Luxusmarke setzt auf zahlungskräftige Stammkunden und steigende Wertentwicklung gebrauchter Modelle

2 Min
Ferrari trotzt US-Strafzöllen mit Preiserhöhungen

Der US-Präsident hat entschieden, die angekündigten Importzölle auf Fahrzeuge aus der Europäischen Union umzusetzen. Ab dem 2. April wird auf Autos aus der EU eine Abgabe von 25 Prozent erhoben. Zuvor betrug der Satz für europäische Fahrzeuge lediglich 2,5 Prozent, während für SUVs und Pickups bereits höhere Zölle galten. Präsident Donald Trump zeigt sich überzeugt, dass die US-Automobilbranche von der Maßnahme profitieren werde. Die EU hingegen kündigte an, sich weiterhin um eine Verhandlungslösung bemühen zu wollen, zugleich aber auch die eigenen wirtschaftlichen Interessen zu schützen.

Ferrari gehört zu den betroffenen europäischen Autobauern und hat bereits auf die neuen Rahmenbedingungen reagiert. Das Unternehmen kündigte an, die zusätzlichen Kosten der Zölle teilweise an die Kunden in den USA weiterzugeben. Für die Modelle Ferrari 296, SF90 und Roma will der Hersteller die zusätzlichen Kosten aus eigener Tasche tragen. Andere Modelle wie der F80 oder SF90 Stradale sollen jedoch in den USA um bis zu zehn Prozent teurer werden. Trotz dieser Maßnahme bestätigte der italienische Sportwagenhersteller seine Finanzprognose für das laufende Jahr.

Der Druck auf die Gewinnmarge von Ferrari könnte dennoch zunehmen, da die Vereinigten Staaten der größte Einzelmarkt für den Konzern sind. Etwa ein Viertel aller Auslieferungen entfallen auf die USA. Im vergangenen Jahr stiegen die Verkaufszahlen dort um sechs Prozent auf 3.452 Fahrzeuge. Analysten gehen jedoch davon aus, dass sich Ferrari trotz der Zölle behaupten kann. Die Kunden des Herstellers gelten als besonders preisstabil, da sie über eine hohe Kaufkraft verfügen und Preisanhebungen verkraften können.

Analyst Stephen Reitman von Bernstein Research betonte, dass die meisten Ferrari-Kunden in den USA über mehrere Fahrzeuge der Marke verfügen. Jede Preissteigerung beim Neuwagen werde zudem durch die Wertsteigerung der bereits vorhandenen Fahrzeuge relativiert. Rund 49 Prozent aller Ferrari-Verkäufe gehen an Käufer, die schon im Besitz eines oder mehrerer Modelle sind. Die hohe Markentreue und die starke Preissetzungsmacht von Ferrari gelten als wichtige Stabilisatoren.

Trotz dieser positiven Aussichten verzeichnete die Ferrari-Aktie an der Börse in Mailand am Donnerstag zwischenzeitlich einen Rückgang von 2,6 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt das Minus bei etwa acht Prozent. Zuvor hatte das Papier nach zwei erfolgreichen Jahren deutlich zugelegt. 2023 stieg der Kurs um 52 Prozent, 2024 um weitere 34 Prozent.

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