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Fed-Vertreter sehen Inflation zu hoch – aber Entspannung in Sicht

Goolsbee und Williams äußern vorsichtigen Optimismus zur Inflation, schließen aber baldige Zinssenkungen klar aus.

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Fed-Vertreter sehen Inflation zu hoch – aber Entspannung in Sicht

Zwei hochrangige Vertreter der US-Notenbank Federal Reserve haben am Donnerstag ihre Einschätzung zur Inflation dargelegt – und dabei einen vorsichtigen Optimismus signalisiert, ohne jedoch konkrete Schritte bei den Zinsen in Aussicht zu stellen. Austan Goolsbee, Präsident der Federal Reserve von Chicago, erklärte, der Inflationstrend weise weiterhin in die falsche Richtung, es gebe jedoch einige Lichtblicke. John Williams, Chef der New Yorker Fed, ergänzte am späteren Nachmittag, er erwarte, dass die Inflationsdaten künftig einen Abwärtstrend einschlagen werden.

Die Kommentare der beiden Notenbanker fielen an einem Tag, an dem das US-Handelsministerium neue Inflationsdaten veröffentlichte. Die Kerninflation – gemessen am bevorzugten Indikator der Fed, dem Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) – lag im Mai bei 3,4 Prozent. Das ist der höchste Stand seit Oktober 2023 und liegt damit deutlich über dem Zielwert der Fed von 2 Prozent.

Die Preissteigerungen verteilten sich dabei recht gleichmäßig: Die Preise für Waren stiegen um 0,4 Prozent, jene für Dienstleistungen um 0,5 Prozent – der stärkste Zuwachs seit Januar. Bei den Waren war Energie der Haupttreiber mit einem Anstieg von 6,5 Prozent. Im Dienstleistungsbereich verteuerten sich vor allem Transportdienstleistungen, die empfindlich auf Benzinpreise reagieren, um 0,8 Prozent.

Goolsbee lehnt Spekulationen über Zinsentwicklung ab

In einem Live-Interview mit dem US-Sender CNBC aus seinem Heimatbezirk lehnte Goolsbee es ab, über die künftige Entwicklung der Zinssätze zu spekulieren. Er betonte, sein Fokus liege weiterhin voll und ganz auf der Inflation. Damit spiegelte er die Einschätzungen wider, die der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh bereits vor einer Woche geäußert hatte. Goolsbee erklärte zudem, er „begrüße" den Schritt von Warsh, die sogenannte „Forward Guidance" – also konkrete Hinweise auf künftige Zinsentscheidungen – in der Kommunikation der Fed einzuschränken.

Die Erklärung des Offenmarktausschusses (FOMC) nach der jüngsten Sitzung war denn auch deutlich kürzer als üblich, und entsprechende Formulierungen zur Forward Guidance wurden gestrichen. Die Märkte spekulieren derzeit darauf, dass die Fed ihren Leitzins im September anheben könnte – doch Goolsbee wollte sich nicht festlegen, welche Position er dabei einnehmen wird.

Goolsbee trat zudem dem Eindruck entgegen, dass innerhalb der Fed nach der Amtsübernahme von Warsh Unstimmigkeiten herrschten. Er verwies darauf, dass er und Warsh während der globalen Finanzkrise „Weggefährten in den Schützengräben" gewesen seien – Warsh war damals an der Entwicklung von Rettungsprogrammen beteiligt, während Goolsbee als leitender Wirtschaftsberater im Weißen Haus unter Barack Obama fungierte.

Williams nennt drei Gründe für erwarteten Inflationsrückgang

John Williams, der Chef der New Yorker Fed und einer der einflussreichsten Währungshüter des Landes, äußerte sich ebenfalls zum Inflationsausblick. Es waren seine ersten öffentlichen Kommentare seit der Sitzung der vergangenen Woche. Williams erklärte, er sei mit dem aktuellen Zinsniveau zufrieden, rechne aber mit einem Rückgang der Inflationsdaten. Über Zinssenkungen wollte auch er nicht sprechen.

Williams nannte konkret drei Gründe für seine Erwartung einer nachlassenden Inflation:

  • Die nachlassenden Auswirkungen von Zöllen auf die Verbraucherpreise
  • Die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Krieges und damit sinkende Energiepreise
  • Die Erwartung, dass sich die Inflation bei den Wohnkosten verlangsamen wird, da sich die Mietsteigerungen mäßigen

Williams prognostizierte, dass die Inflation in diesem Jahr von derzeit 4,1 Prozent auf 3,5 Prozent sinken werde. Bis 2028 sieht er die Inflation auf einem „Gleitpfad" zurück zum 2-Prozent-Ziel der Fed. Für deutsche Anleger und Beobachter der US-Geldpolitik bleibt damit die Botschaft klar: Die Fed hält vorerst an ihrem restriktiven Kurs fest und wartet weitere Daten ab, bevor sie über eine Kursänderung nachdenkt.

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