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Fed-Banker Kashkari sieht breiten Inflationsdruck als Grund für Zinserhöhung

Minneapolis-Fed-Chef Kashkari begründet seine Prognose einer weiteren Zinserhöhung mit einem breiten Inflationsdruck in der US-Wirtschaft.

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Fed-Banker Kashkari sieht breiten Inflationsdruck als Grund für Zinserhöhung

Neel Kashkari, Präsident der Federal Reserve Bank von Minneapolis, hat seinen Ausblick auf eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr mit einem breit gefächerten Inflationsdruck begründet. In einem Interview mit Bloomberg News am Rande des Aspen Ideas Festival in Aspen, Colorado, äußerte er sich besorgt über die aktuelle Preisentwicklung in den USA.

„Ich bin besorgt über die Inflation, und das hängt nicht nur mit den Geschehnissen im Nahen Osten zusammen, sondern ist schlicht der Eindruck eines breiteren Inflationsdrucks in der Wirtschaft", sagte Kashkari am Freitag. Diese Einschätzung hatte er bereits in den Anfang des Monats veröffentlichten Wirtschaftsprognosen der US-Notenbank eingearbeitet, in denen er eine Zinserhöhung für das laufende Jahr vorsah.

Inflation springt nach kurzer Abkühlung wieder an

Die Inflationsentwicklung in den USA zeigt ein beunruhigendes Muster. Nachdem die Teuerungsrate zu Beginn des Jahres Anzeichen einer Abkühlung gezeigt hatte und im Jahr 2025 weitgehend stabil geblieben war, stieg sie in den vergangenen drei Monaten sprunghaft an. Damit droht die erhoffte Entspannung an der Preisfront auszubleiben.

Als Treiber der jüngsten Preissteigerungen gilt unter anderem der Krieg im Iran, der die Ölpreise in die Höhe trieb. Darüber hinaus wurden Preissteigerungen in einer Vielzahl von Kategorien verzeichnet – ein Zeichen dafür, dass der Inflationsdruck nicht auf einzelne Sektoren beschränkt ist, sondern die gesamte Wirtschaft erfasst hat.

Ein aktueller Bericht zeigt die Dimension des Problems deutlich: Der von der US-Notenbank bevorzugte Inflationsindikator – der sogenannte PCE-Preisindex (Personal Consumption Expenditures) – stieg im Jahresvergleich bis Mai um 4,1 Prozent. Das ist der stärkste Anstieg seit April 2023 und liegt weit über dem Zielwert der Fed.

Fed-Ziel von 2 Prozent seit Jahren verfehlt

Besonders brisant ist der historische Kontext: Die Preise in den USA liegen bereits seit mehr als fünf Jahren über dem 2-Prozent-Inflationsziel der Federal Reserve. Für die US-Notenbank bedeutet dies einen anhaltenden Glaubwürdigkeitsdruck, ihr Mandat der Preisstabilität zu erfüllen.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung in den USA von großer Bedeutung. Die Zinspolitik der Fed beeinflusst maßgeblich die globalen Kapitalmärkte, den Wechselkurs des US-Dollars gegenüber dem Euro sowie die Renditen an den internationalen Anleihemärkten. Eine weitere Zinserhöhung in den USA könnte Kapitalströme aus Europa abziehen und den Druck auf die Europäische Zentralbank erhöhen.

Kashkaris Aussagen unterstreichen, dass die US-Notenbank trotz der bereits erfolgten Zinserhöhungen der vergangenen Jahre noch nicht am Ende ihres Straffungszyklus angelangt sein könnte. Die Märkte werden die kommenden Wirtschaftsdaten und Fed-Signale daher genau beobachten.

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