Fed-Sitzung: Trump-Regierung setzt Powell unter Druck
Die US-Notenbank Federal Reserve dürfte diese Woche die Zinsen unverändert lassen. Doch die Sitzung steht unter keinem guten Stern: Fed-Chef Jerome Powell gerät zunehmend unter politischen Druck der Trump-Administration.

Die Federal Reserve (Fed) wird bei ihrer geldpolitischen Sitzung in dieser Woche voraussichtlich die Leitzinsen stabil halten. Doch die eigentlich routinemäßige Entscheidung wird überschattet von beispiellosen politischen Turbulenzen rund um die Führung der US-Notenbank.
Strafrechtliche Ermittlungen gegen Powell
Die Trump-Administration hat eine strafrechtliche Untersuchung gegen Fed-Chef Jerome Powell eingeleitet. Gleichzeitig laufen Bemühungen, Fed-Gouverneurin Lisa Cook aus ihrem Amt zu entfernen. Diese Entwicklungen stellen einen ungewöhnlichen Eingriff in die traditionell geschützte Unabhängigkeit der Zentralbank dar.
Powell hat nur noch drei reguläre geldpolitische Sitzungen vor sich, bevor seine achtjährige Amtszeit als Chef der weltweit wichtigsten Zentralbank im Mai endet. Was normalerweise ein reibungsloser Übergang wäre, entwickelt sich zu einer potenziell destabilisierenden Phase für die Institution.
Suche nach Powell-Nachfolger läuft
Parallel zu den Ermittlungen arbeitet die Trump-Administration bereits an der Nominierung eines Nachfolgers für Powell. Die Kombination aus strafrechtlichen Untersuchungen, Entlassungsversuchen und der vorzeitigen Nachfolgersuche wirft Fragen über die künftige Unabhängigkeit der Fed auf.
Für die Finanzmärkte ist die Unabhängigkeit der Federal Reserve von zentraler Bedeutung. Eine politische Einflussnahme auf geldpolitische Entscheidungen könnte das Vertrauen in die Währungshüter erschüttern und Auswirkungen auf Dollar, Anleihen und Aktienmärkte haben.
Zinsentscheidung im Fokus
Trotz der politischen Spannungen wird erwartet, dass die Fed ihre geldpolitische Linie beibehält und die Zinsen vorerst nicht verändert. Die Notenbank hatte in den vergangenen Monaten bereits mehrfach signalisiert, zunächst die weitere wirtschaftliche Entwicklung abwarten zu wollen, bevor weitere Zinsschritte erfolgen.
