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Fed senkt Leitzins – Börsen reagieren uneinheitlich

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Fed senkt Leitzins – Börsen reagieren uneinheitlich

Die US-Notenbank hat den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf die Spanne von 4,00 bis 4,25 Prozent gesenkt und zugleich zwei weitere Schritte in Aussicht gestellt. Der DAX schloss nach schwankendem Verlauf 0,13 Prozent höher bei 23.359 Punkten, während an der Wall Street der Dow nach einem Rekordhoch 0,57 Prozent im Plus endete und der Nasdaq 100 um 0,21 Prozent nachgab. Welche Folgen das haben könnte, zeigt ein Blick auf Projektionen, Konjunkturdaten und Einzelwerte.

Zinsentscheid und Projektionen der Fed

Die Zinssenkung ist die erste in diesem Jahr. Fed-Chef Jerome Powell verwies darauf, dass sich „die Risiken für die Beschäftigung verschlechtert“ hätten. In ihrer neuen Projektion deutete die Notenbank zwei weitere mögliche Senkungen um jeweils 0,25 Punkte innerhalb dieses Jahres an. Powell betonte, dies sei eine Option, keine Gewissheit. Gleichzeitig hob die Fed ihre Prognose für das US-Wachstum an: Für das laufende Jahr erwartet sie 1,6 Prozent, 0,2 Punkte mehr als im Juni.

Reaktion der Börsen

An der Wall Street sprang der Dow Jones unmittelbar nach dem Entscheid auf ein Rekordhoch von knapp 46.262 Punkten, drehte zwischenzeitlich ins Minus und schloss schließlich bei 46.018 Punkten (+0,57 %). Technologiewerte lagen zurück: Der Nasdaq 100 beendete den Handel bei 24.223 Punkten (−0,21 %). In Frankfurt erholte sich der DAX nach dem Rückgang vom Dienstag um 1,8 Prozent und ging 0,13 Prozent höher bei 23.359 Punkten aus dem Handel.

**Technische Lage im DAX ** Marktbeobachter von HSBC Trinkaus sehen die Lage aus charttechnischer Sicht angespannt. Bei einem nachhaltigen Rutsch unter 23.400 Punkte ergebe sich ein weiteres Abschlagspotenzial von rund 1.200 Punkten. Der September könne damit seinem Ruf als schwacher Monat gerecht werden.

**US-Daten: Wohnungsbau schwächer ** Zahlen vom US-Wohnungsmarkt stützten die Zinserwartungen. Die begonnenen Neubauten fielen im August zum Vormonat um 8,5 Prozent auf annualisiert 1,307 Millionen. Von Reuters befragte Experten hatten 1,365 Millionen erwartet. Baugenehmigungen sanken um 3,7 Prozent auf 1,312 Millionen; prognostiziert waren 1,370 Millionen.

Währungen und Rohstoffe

Der Euro legte nach der Zinssenkung zunächst zu, fiel später aber um 0,2 Prozent auf 1,1845 US-Dollar. Am Vortag hatte die Gemeinschaftswährung mit 1,1877 US-Dollar den höchsten Stand seit vier Jahren erreicht. Der Goldpreis stieg zwischenzeitlich auf 3.707 US-Dollar je Feinunze und lag am Abend 0,9 Prozent tiefer bei 3.660 US-Dollar. Brent-Rohöl notierte 0,87 Prozent schwächer bei 67,88 US-Dollar je Barrel. In den USA gingen die Rohölvorräte in der vergangenen Woche unerwartet um 9,3 Millionen auf 415,4 Millionen Barrel zurück; Analysten hatten im Schnitt mit einem Plus von 1,8 Millionen Barrel gerechnet.

**Nachrichtensektor und Einzelwerte in den USA ** Im Technologiesektor belastete ein Bericht der „Financial Times“. Demnach habe Chinas Cybersicherheitsbehörde CAC große Technologiekonzerne des Landes angewiesen, bestimmte KI-Chips von Nvidia nicht zu kaufen.

Wall-Street-Analysten halten es für möglich, dass die US-Arzneimittelbehörde FDA das Prüfverfahren für die experimentelle Abnehmpille Orforglipron von Eli Lilly beschleunigt. Begründet wird dies mit potenziellen Kostenvorteilen gegenüber injizierbaren Präparaten und der Produktion in den USA.

Microsoft kündigte anlässlich des Staatsbesuchs von US-Präsident Donald Trump in Großbritannien Investitionen von 30 Milliarden US-Dollar in die britische KI-Infrastruktur über vier Jahre an. Rund die Hälfte soll in Cloud-Computing und KI-Infrastruktur fließen.

Bewegungen im DAX, MDAX und SDAX

SAP zählte im DAX zu den Gewinnern. Die Aktie stieg um 3,2 Prozent. Seit dem Rekordhoch im Februar liegt das Papier rund 25 Prozent niedriger.

UniCredit meldete, 29 Prozent der Commerzbank-Aktien zu kontrollieren. Vorstandschef Andrea Orcel erklärte, man habe die volle Kontrolle über die physischen Anteile und stehe nicht unter Druck. Die Commerzbank kommentierte dies nicht.

Im MDAX verzeichnete Thyssenkrupp nach einer Übernahmeofferte von Jindal Steel für die Stahlsparte einen deutlichen Ausschlag. Die Aktie stieg im frühen Handel um bis zu 3,9 Prozent auf 11,89 Euro, den höchsten Stand seit über vier Jahren, bevor sie wieder nachgab.

Im SDAX setzte sich der Kursrückgang bei ProSiebenSat.1 fort. Die Aktie fiel zeitweise um 6,7 Prozent auf 5,74 Euro und markierte ein Fünf-Monats-Tief. Seit dem Zwei-Jahres-Hoch Ende August gab das Papier um mehr als 30 Prozent nach.

Formycon profitierte von einer weiteren Vertriebsvereinbarung für sein Biosimilar zu Bayers Augenmedikament Eylea. Ein Händler bewertete den Deal positiv, da zusätzliche Anteile an Meilensteinen und Lizenzerlösen zufließen. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn um fast 60 Prozent niedriger.

Personalien

Die Lufthansa will den ehemaligen E.ON-Chef Johannes Teyssen zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats machen. Er soll Karl-Ludwig Kley nachfolgen, der das Gremium seit 2017 leitet.

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