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Fed-Entscheid bringt Spannung an die Märkte

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Fed-Entscheid bringt Spannung an die Märkte

Die Anleger blickten gestern mit gespannter Erwartung auf die Entscheidung der US-Notenbank Fed, die um 20 Uhr deutscher Zeit ihren Zinsentscheid bekanntgab. Der Markt rechnete nahezu geschlossen mit einer Senkung um 25 Basispunkte, nur eine Minderheit hielt sogar einen Schritt von einem halben Prozentpunkt für möglich. Damit wäre es die erste Zinssenkung seit Dezember des Vorjahres. Beobachter warnten jedoch vor dem sogenannten „fait accompli“-Effekt: Selbst eine erwartete Senkung könnte nicht für Kursgewinne sorgen, sondern im Gegenteil Gewinnmitnahmen und Rückgänge an den Aktienmärkten auslösen.

Der DAX zeigte sich vor dieser Unsicherheit zunächst schwach, konnte sich im Tagesverlauf jedoch erholen und schloss 0,13 Prozent höher bei 23.359 Punkten. Aus technischer Sicht bleibt der deutsche Leitindex jedoch angeschlagen. Experten verweisen auf die Marke von 23.400 Punkten. Sollte diese nachhaltig unterschritten werden, sei ein weiteres Abschlagspotenzial von bis zu 1.200 Punkten denkbar. Auch saisonal ist Vorsicht geboten, da der September traditionell als schwacher Börsenmonat gilt.

Die Aufmerksamkeit richtete sich nicht nur auf den Zinsschritt selbst, sondern auch auf die begleitenden Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell. Während die Märkte bis Ende 2026 insgesamt fünf weitere Senkungen eingepreist haben, könnte eine vorsichtigere Tonlage Enttäuschungen auslösen. Analysten warnten davor, dass ohne klare Signale für zusätzliche Lockerungen die Gefahr neuer Kursverluste hoch bleibt.

Frische Konjunkturdaten aus den USA stützten die Zinserwartungen. Die Zahl der neu begonnenen Wohnungen fiel im August um 8,5 Prozent auf eine Jahresrate von 1,307 Millionen. Auch die Baugenehmigungen lagen mit 1,312 Millionen unter den Prognosen.

An den US-Börsen verlief der Handel uneinheitlich. Während der Dow Jones um rund 0,6 Prozent zulegte, belasteten Nachrichten aus China die Technologiewerte, sodass der Nasdaq 100 um 0,5 Prozent nachgab. Chinas Cybersicherheitsbehörde hatte großen Technologiekonzernen untersagt, bestimmte KI-Chips von Nvidia zu kaufen.

Am Devisenmarkt gab der Euro um 0,23 Prozent auf 1,1844 Dollar nach, nachdem er am Vortag noch den höchsten Stand seit vier Jahren markiert hatte. Der schwächere Euro war eine Entlastung für die exportorientierte deutsche Industrie, die zuletzt unter der teuren Gemeinschaftswährung gelitten hatte.

Auch bei Rohstoffen war Bewegung zu beobachten. Gold notierte am Abend 0,3 Prozent schwächer bei 3.683 Dollar je Feinunze, nachdem am Vortag ein Rekordhoch erreicht worden war. Ölpreise gaben leicht nach, obwohl die US-Rohölreserven überraschend deutlich gesunken waren.

Stütze für den DAX war die Aktie von SAP, die nach wochenlanger Schwäche um 3,2 Prozent zulegte. Die Titel von Thyssenkrupp profitierten zwischenzeitlich von einer Übernahmeofferte des indischen Konzerns Jindal Steel, während ProSiebenSat.1 mit einem Kursrutsch nach gesenkten Jahreszielen unter Druck geriet. Spekulationen über eine mögliche Übernahme trieben dagegen die Puma-Aktie um mehr als 16 Prozent nach oben.

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