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Fed bereitet erste Zinssenkung 2025 vor

Schwacher Arbeitsmarkt und Debatte um Unabhängigkeit prägen Entscheidung

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Fed bereitet erste Zinssenkung 2025 vor

Die US-Notenbank Federal Reserve steht nach Einschätzung von Ökonomen unmittelbar vor ihrer ersten Zinssenkung des Jahres. Mit großer Mehrheit erwarten Fachleute eine Reduzierung des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte, womit die Spanne künftig zwischen 4,0 und 4,25 Prozent liegen würde. An den Finanzmärkten gilt dieser Schritt als nahezu sicher, die Wahrscheinlichkeit wird von Analysten derzeit auf rund 92 Prozent geschätzt. Ein größerer Zinsschritt um 0,5 Prozentpunkte wird dagegen nur mit etwas über sieben Prozent bewertet.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Pressekonferenz von Fed-Chef Jerome Powell, die nach dem Zinsentscheid am Mittwoch stattfinden wird. Investoren und Beobachter erhoffen sich Hinweise auf den weiteren Kurs der Notenbank, zumal die politische Debatte um die Geldpolitik zuletzt an Schärfe gewonnen hat. US-Präsident Donald Trump fordert seit Langem deutliche Zinssenkungen und hat Powell wiederholt öffentlich kritisiert. Fachleute werden die Aussagen des Fed-Vorsitzenden deshalb auch unter dem Gesichtspunkt der politischen Einflussnahme prüfen.

Ökonomen sehen den Hintergrund für die erwartete Entscheidung jedoch vor allem in den jüngsten Daten vom Arbeitsmarkt. Im August wurden lediglich 22.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen, während Volkswirte mit einem deutlich stärkeren Zuwachs von 75.000 gerechnet hatten. Zudem wurden frühere Zahlen nach unten korrigiert. Die Abkühlung des Arbeitsmarktes gilt als ein Signal, das die Fed ernst nehmen muss, da sie neben der Preisstabilität auch die Förderung von Vollbeschäftigung zu ihren Aufgaben zählt.

Zwar haben die jüngsten Inflationsdaten eine leichte Beschleunigung gezeigt, doch Ökonomen wie Christian Reicherter von der DZ-Bank betonen, dass der Anstieg bislang moderat ausfalle. Die Teuerungsrate stieg im August auf 2,9 Prozent nach 2,7 Prozent im Juli, ein sprunghafter Anstieg sei aber nicht erkennbar. Analysten gehen daher davon aus, dass die Notenbank bereit ist, kurzfristige Effekte wie zollbedingte Preissteigerungen auszublenden, um die wirtschaftliche Entwicklung nicht zusätzlich zu belasten.

Powell selbst hatte Ende August auf dem Notenbanktreffen in Jackson Hole auf wachsende Risiken für den Arbeitsmarkt hingewiesen und die Möglichkeit geldpolitischer Anpassungen in Aussicht gestellt. Beobachter rechnen deshalb nicht nur mit einer Zinssenkung, sondern auch mit klaren Aussagen zur Rolle und Unabhängigkeit der Notenbank. Denn das Thema ist durch die Entlassung der Fed-Gouverneurin Lisa Cook durch Präsident Trump in den Vordergrund gerückt. Cook wehrt sich juristisch gegen die Absetzung, die von einer Bezirksrichterin vorerst blockiert wurde. Experten gehen davon aus, dass letztlich der Oberste Gerichtshof über den Fall entscheiden wird.

Sollte es zu einer Schwächung der Unabhängigkeit der Federal Reserve kommen, sehen Fachleute darin eine Gefahr für einen zentralen Pfeiler des globalen Finanzsystems. Powell dürfte daher bei seiner Ansprache betonen, dass die Notenbank unabhängig und frei von politischen Interessen handeln muss, auch wenn er sich nicht zu Einzelheiten im Fall Cook äußern dürfte.

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