ANZEIGE

Familie Grohe diversifiziert Geschäftsfelder

Investition in Benzinger stärkt Nischenmarkt-Strategie und Familientradition

2 Min
Familie Grohe diversifiziert Geschäftsfelder

Die Familie Grohe, bekannt durch den Badspezialisten Hansgrohe, hat sich in den letzten Jahren verstärkt auf Beteiligungen an mittelständischen Unternehmen ohne Nachfolge konzentriert. Mit einem verdoppelten Beteiligungskapital von 200 Millionen Euro hat die Familie nun ihre vierte Beteiligung in Form des Maschinenbauers Benzinger erworben. Dieser Schritt markiert einen weiteren Meilenstein in der Diversifizierung der Geschäftsaktivitäten der Familie.

Die Grohes, angeführt von Richard Grohe, dem ehemaligen Vize-Chef von Hansgrohe, haben sich auf Unternehmen spezialisiert, die in lukrativen Nischenmärkten tätig sind. Benzinger, ein 1916 gegründeter Produzent von Dreh- und Fräsmaschinen, passt perfekt in dieses Profil. Mit seinen hochpräzisen Maschinen beliefert das Unternehmen nicht nur Luxusuhrenhersteller, sondern ist auch in anderen Branchen wie Optik, Feinmechanik, Medizintechnik sowie in der Autozuliefererindustrie und der Luft- und Raumfahrt aktiv.

Die Strategie der Grohes zielt darauf ab, Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 30 und 80 Millionen Euro zu erwerben. Dabei legen sie Wert darauf, keine Sanierungsfälle zu kaufen, sondern vielmehr solide Unternehmen mit Potenzial für weiteres Wachstum. Dieser Ansatz hat bereits zu erfolgreichen Beteiligungen an Unternehmen wie dem Gebäudetechniker KMLS, dem Presswerkzeughersteller Novopress und dem Kochfeldspezialisten Termacook geführt.

Die Auswahl der Beteiligungen erfolgt mit Bedacht und unter Beratung von erfahrenen Investmentbankern. Jährlich werden zwischen 160 und 240 potenzielle Beteiligungen geprüft, wobei nicht immer ein Kauf zustande kommt. Die Familie Grohe legt Wert darauf, marktübliche Preise zu zahlen und nicht unter Anlagedruck zu handeln. Besonders attraktiv sind für sie Unternehmen, die sich durch ihren Mut zur Nische und ihre Tradition auszeichnen.

Ein wichtiger Aspekt bei der Übernahme von Unternehmen wie Benzinger ist die Sicherstellung eines reibungslosen Übergangs. Die Grohes legen großen Wert darauf, dass bei einem Eigentümerwechsel kein Bruch im Unternehmen entsteht, sondern ein evolutionärer Übergang stattfindet. Dies war auch im Fall von Benzinger der Fall, wo der bisherige Geschäftsführer Rainer Jehle an der Spitze des Unternehmens bleibt.

Die Geschichte der Familie Grohe ist geprägt von Unternehmertum und der Fähigkeit, sich an veränderte Marktbedingungen anzupassen. Dies zeigt sich nicht nur in der erfolgreichen Führung von Hansgrohe, sondern auch in der Gründung der Grohe AG durch Friedrich Grohe, einem Sohn des Firmengründers Hans Grohe. Trotz der Konkurrenz zwischen den beiden Unternehmen haben beide Grohe-Firmen ihren eigenen Weg erfolgreich beschritten.

Die Beteiligungen der Familie Grohe sind auch ein Weg, um die Zukunft für die nächste Generation zu sichern. Mit insgesamt 14 Kindern der vier Brüder Richard, Philippe, Nicolas und Jan Nikolas Grohe steht die nächste Generation bereits in den Startlöchern, um das Familienunternehmen weiterzuführen und zu expandieren. Der Erwerb von Benzinger ist ein weiterer Schritt in dieser langfristigen Strategie, die auf Nachhaltigkeit, Innovation und solides Wachstum ausgerichtet ist.

Unternehmer

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer