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EZB warnt vor Risiken wachsender Stablecoins

Notenbank sieht Gefahr für Bankeinlagen und Stabilität globaler Märkte

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EZB warnt vor Risiken wachsender Stablecoins

Die Europäische Zentralbank weist erneut auf Risiken hin, die aus der zunehmenden Verbreitung von Stablecoins entstehen. Diese digitalen Vermögenswerte, die den Wert einer herkömmlichen Währung möglichst stabil abbilden sollen, wachsen seit einiger Zeit deutlich. Nach Einschätzung der EZB könnte dieses Wachstum Folgen für die Banken im Euro-Raum haben, da wesentliche Einlagen von Privatkunden auf solche Kryptowährungen übergehen könnten. Die Notenbank erläutert diese Einschätzung in einem vorab veröffentlichten Auszug aus ihrem anstehenden Finanzstabilitätsbericht.

Ein möglicher Ansturm auf Stablecoins steht im Mittelpunkt der Sorgen, da dieser die Stabilität des globalen Finanzsystems beeinträchtigen könnte. Betont wird, dass ein signifikantes Wachstum solcher digitalen Anlagen zu Abflüssen von Privatkundeneinlagen führen könnte. Dies würde für die Banken eine zentrale Finanzierungsquelle schmälern, wodurch ihre Refinanzierung empfindlicher gegenüber Schwankungen würde. Als Hauptrisiko wird jedoch ein kollektiver Rückzug der Anleger aus diesen Vermögenswerten angesehen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den beiden größten Stablecoins, die zu den bedeutenden Haltern von US-Staatsanleihen zählen. Ihre Vermögensreserven sind mit jenen großer Geldmarktfonds vergleichbar. Ein abrupter Abzug von Geldern aus diesen digitalen Einheiten könnte daher zu einem Notverkauf von Reservevermögenswerten führen. Die EZB warnt, dass dies die Funktionsfähigkeit der Märkte für US-Staatsanleihen beeinträchtigen könne, die eine zentrale Rolle im internationalen Finanzsystem spielen.

Zusätzliche Risiken könnten sich für die Euro-Zone ergeben, wenn ein EU-Unternehmen gemeinsam mit einem Unternehmen aus einem Drittland einen austauschbaren Stablecoin herausgibt. Aufgrund strengerer Vorschriften innerhalb der EU wäre es wahrscheinlich, dass Anleger im Fall einer Rückgabe bevorzugt den europäischen Emittenten auswählen. Dies könnte dazu führen, dass die betreffenden Emittenten nicht über ausreichende Reservevermögen verfügen, die unter EU-Aufsicht gehalten werden. Die EZB hebt hervor, dass dies das Risiko eines Ansturms innerhalb der EU verstärken könnte.

Der Marktwert aller Stablecoins hat inzwischen eine Größenordnung von mehr als 280 Milliarden Dollar erreicht. Sie werden vor allem als Mittel zur Wertaufbewahrung und für grenzüberschreitende Zahlungen genutzt. Nach Angaben der EZB besteht ihr hauptsächlicher Nutzen jedoch im Handel mit Krypto-Vermögenswerten. Rund 80 Prozent aller weltweit ausgeführten Geschäfte auf zentralisierten Krypto-Handelsplattformen erfolgen dem Bericht zufolge mit Stablecoins.

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