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EZB setzt weiter auf Zwei-Prozent-Ziel

Notenbank will geldpolitisch flexibler auf Risiken und Unsicherheiten reagieren

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EZB setzt weiter auf Zwei-Prozent-Ziel

Die Europäische Zentralbank hält auch weiterhin an ihrem Ziel einer stabilen Inflationsrate von zwei Prozent fest, will jedoch flexibler auf wirtschaftliche Entwicklungen reagieren. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprach von einer "Nachjustierung" der geldpolitischen Strategie. Die Notenbank betont, dass sie bei Abweichungen vom Inflationsziel künftig mit kraftvolleren oder länger anhaltenden Maßnahmen eingreifen werde – unabhängig davon, ob die Abweichung nach oben oder unten erfolgt.

Das erklärte Ziel ist es, eine Verfestigung von Abweichungen zu verhindern und stabile Inflationserwartungen sicherzustellen. Die Anpassung der Strategie soll dabei helfen, die Symmetrie des Inflationsziels zu wahren. Lagarde erklärte, die Überprüfung sei eine wertvolle Gelegenheit gewesen, bestehende Denkweisen zu hinterfragen und das geldpolitische Instrumentarium zu analysieren. Im Ergebnis verfüge die EZB nun über eine solidere Grundlage für ihre geldpolitischen Entscheidungen in einem zunehmend unsicheren Umfeld.

Zukünftig will die Notenbank sämtliche ihr zur Verfügung stehenden Instrumente beibehalten, aber mit mehr Flexibilität einsetzen. Insbesondere bei der Wahl, Ausgestaltung und Umsetzung der geldpolitischen Maßnahmen soll es möglich sein, agil auf Veränderungen im Inflationsumfeld zu reagieren. Dabei rückt auch das Risikoumfeld stärker in den Fokus: Neben der wahrscheinlichen Entwicklung von Inflation und Wirtschaft will die EZB verstärkt Unsicherheiten und Risiken einbeziehen. Dafür werden unter anderem Szenarien und Sensitivitätsanalysen genutzt.

Bereits in der Vergangenheit hatte Lagarde darauf hingewiesen, dass die gestiegene Volatilität der Inflation und die wachsende wirtschaftliche Unsicherheit eine flexiblere Geldpolitik erforderlich machten. In der letzten umfassenden Überarbeitung ihrer Strategie im Jahr 2021 hatte die EZB das Inflationsziel für den Euroraum angepasst. Statt wie zuvor einen Wert knapp unter zwei Prozent anzustreben, formulierte sie seither ein symmetrisches Ziel von exakt zwei Prozent, das in beide Richtungen gilt.

Zuletzt hatte die Notenbank den Einlagensatz um 0,25 Prozentpunkte auf 2,0 Prozent gesenkt. Die geldpolitischen Entscheidungen erfolgen weiterhin vor dem Hintergrund einer anhaltend komplexen Lage. Die nächste umfassende Bewertung ihrer Strategie plant die EZB im Jahr 2030.

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