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EZB senkt Zinsen erneut um 25 Basispunkte

Neues Rahmenwerk soll Finanzsystem stabilisieren und günstige Liquidität sichern.

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EZB senkt Zinsen erneut um 25 Basispunkte

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird voraussichtlich eine Zinssenkung um 25 Basispunkte, das entspricht einem Viertelprozentpunkt, vornehmen. Dies ist die vorherrschende Meinung im sogenannten „EZB-Schattenrat“, einem Expertengremium, das vom Handelsblatt moderiert wird. Auch eine Studie der Allianz unterstützt diese Annahme und begründet sie mit dem Rückgang der Inflation auf 2,2 Prozent, was eine Lockerung der zuvor restriktiven Geldpolitik rechtfertige. Dennoch gibt es Bedenken hinsichtlich der Kerninflation, die zuletzt auf 0,3 Prozent gestiegen ist, was auf das Jahr hochgerechnet 3,3 Prozent ergibt. Trotz dieser Unsicherheit wird eine Zinssenkung als wahrscheinlich angesehen.

Neben der Zinssenkung wird Christine Lagarde, die Präsidentin der EZB, bei der Sitzung am Donnerstag ein neues Rahmenwerk für die Geldpolitik vorstellen, das ab dem 18. September in Kraft treten soll. Das Ziel dieses neuen Rahmenwerks ist es, den Banken jederzeit ausreichend Liquidität zur Verfügung zu stellen, um das Finanzsystem zu stabilisieren. Dabei soll die Geldpolitik weiterhin möglichst ungestört fortgesetzt werden, wobei der Einlagenzins das zentrale Instrument bleibt. Dieser Zins, den Geschäftsbanken für überschüssige Liquidität erhalten, beträgt derzeit 3,75 Prozent und wird nach der Zinssenkung voraussichtlich auf 3,5 Prozent sinken.

Der Hauptrefinanzierungssatz, der früher als entscheidender Leitzins galt, und der weniger bedeutende Spitzenrefinanzierungssatz haben in den letzten Jahren an Bedeutung verloren. Diese Zinsen liegen aktuell bei 4,25 Prozent beziehungsweise 4,5 Prozent. Nach dem neuen Rahmenwerk wird der Abstand zwischen dem Einlagensatz und dem Hauptrefinanzierungssatz auf nur noch 15 Basispunkte reduziert. Der Abstand zwischen den beiden Kreditzinsen bleibt bei 25 Basispunkten.

Diese Änderungen sollen sicherstellen, dass die EZB den Banken günstige Liquidität zur Verfügung stellen kann, ohne dabei ihre geldpolitischen Ziele zu gefährden. In der Vergangenheit war die Inflation oft niedriger als das angestrebte Ziel von zwei Prozent. Um eine Deflation zu vermeiden, hatte die EZB in der Vergangenheit große Mengen an Anleihen gekauft, um die langfristigen Zinsen zu senken und die Inflation zu erhöhen. Durch die Pandemie wurde diese Politik ausgeweitet, um die Wirtschaft zu stabilisieren.

In den letzten Jahren hat die EZB jedoch begonnen, ihre Bilanz zu verkürzen und die während der Pandemie erworbene Liquidität wieder abzuschöpfen. Dies hat bei einigen Marktbeobachtern Sorgen hinsichtlich möglicher Liquiditätsengpässe geweckt. Das neue Rahmenwerk soll diesen Sorgen entgegenwirken und die kurzfristige Liquiditätsbeschaffung erleichtern.

EZBFinanzenGeldpolitikChristine LagardeZinsen

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