EZB senkt Wachstumsprognose für 2025 leicht ab
Inflation könnte 2025 unter das Ziel von zwei Prozent fallen

Experten der Europäischen Zentralbank (EZB) haben ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum im Euroraum im Jahr 2025 leicht nach unten korrigiert. Sie erwarten nun einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,2 Prozent. Ursprünglich war im Juli noch ein Anstieg von 1,3 Prozent prognostiziert worden. Diese Anpassung resultiert aus der Annahme, dass das Wirtschaftswachstum in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres schwächer ausfallen wird, was sich bremsend auf das nächste Jahr auswirken dürfte. Für das laufende Jahr rechnen die Experten weiterhin mit einem BIP-Wachstum von 0,7 Prozent, während für 2026 wie zuvor ein Zuwachs von 1,4 Prozent erwartet wird.
Auch bei den Inflationsprognosen gibt es Anpassungen. Die EZB geht nun davon aus, dass die Inflationsrate im Euroraum im nächsten Jahr unter die Zielmarke der Zentralbank von zwei Prozent fallen wird. Konkret wird ein Wert von 1,9 Prozent erwartet, was einer leichten Senkung gegenüber der Juli-Prognose von 2,0 Prozent entspricht. Diese Revision basiert auf der Annahme, dass die Ölpreise niedriger ausfallen werden als ursprünglich angenommen. Für das laufende Jahr wird weiterhin eine durchschnittliche Inflationsrate von 2,4 Prozent prognostiziert.
Die Inflationsentwicklung dürfte laut den Einschätzungen der EZB zunächst steigen, bevor sie im Verlauf des nächsten Jahres wieder auf das von der Zentralbank angestrebte Niveau von zwei Prozent zurückgeht. Diese Einschätzungen basieren auf den Ergebnissen der sogenannten „Survey of Professional Forecasters“ (SPF), einer vierteljährlichen Umfrage, die die EZB unter Ökonomen durchführt. Dabei werden Prognosen zu Wachstum und Inflation in der 20 Länder umfassenden Eurozone erhoben.
Zusätzlich hat die EZB am Donnerstag die dritte Zinssenkung des laufenden Jahres vorgenommen. Der Einlagensatz, der für den Finanzmarkt von zentraler Bedeutung ist, wurde um 0,25 Prozentpunkte auf 3,25 Prozent gesenkt. Dies erfolgte nur fünf Wochen nach der vorherigen Zinssenkung. Bereits im Juni hatte die EZB unter der Leitung von Präsidentin Christine Lagarde die Zinswende eingeleitet und im September eine weitere Senkung beschlossen.
