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EZB hält Leitzins nach sieben Senkungen stabil

Inflation sinkt, Handelskonflikte und Unsicherheiten dämpfen Spielraum für weitere Schritte

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EZB hält Leitzins nach sieben Senkungen stabil

Die Europäische Zentralbank hat ihre Leitzinsen nach sieben aufeinanderfolgenden Senkungen erstmals wieder stabil gehalten. Der für Sparer relevante Einlagenzins bleibt unverändert bei 2,0 Prozent. Damit signalisiert die EZB unter Führung von Präsidentin Christine Lagarde eine geldpolitische Pause – ein Schritt, der angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten von Experten erwartet worden war.

Der EZB-Rat begründete den Schritt mit einer weitgehenden Bestätigung der bisherigen Einschätzung zu den Inflationsaussichten. Die aktuellen Daten passten zum bisherigen Kurs, hieß es. Trotz eines schwierigen globalen Umfelds habe sich die Wirtschaft im Euroraum bislang als widerstandsfähig erwiesen – was nicht zuletzt auf die bisherigen Zinssenkungen zurückzuführen sei. Dennoch betonte die Notenbank ihre Entschlossenheit, das mittelfristige Inflationsziel von zwei Prozent konsequent zu verfolgen.

In diesem Zusammenhang sehen Beobachter den aktuellen Stillstand bei den Zinsen nicht als Ende einer geldpolitischen Lockerung. Vielmehr rechnen viele Ökonomen im weiteren Verlauf des Jahres mit einer erneuten Zinssenkung. Der Grund: Die Inflation im Euroraum zeigt sich rückläufig. Im Juni lag sie bei genau zwei Prozent, im Mai sogar bei 1,9 Prozent. Damit nähert sich die Preisentwicklung dem Ziel der EZB an, was Spielraum für weitere Maßnahmen eröffnen könnte.

Verstärkt wird diese Einschätzung durch äußere Einflussfaktoren, insbesondere den sich verschärfenden Handelskonflikt mit den USA. US-Präsident Donald Trump fordert unter anderem einen Mindestzoll von 15 bis 20 Prozent auf EU-Exporte und hält an bestehenden Zöllen auf europäische Stahl-, Auto- und Aluminiumprodukte fest. Sollte die EU darauf mit Gegenmaßnahmen reagieren, droht eine weitere Belastung für die ohnehin schwächelnde Konjunktur.

In der Einschätzung führender Volkswirte dominiert dennoch Zurückhaltung. Ulrich Kater von der Dekabank hält die Entscheidung der EZB für nachvollziehbar. Zwar entwickle sich die Konjunktur schwach, doch reiche das allein nicht für einen weiteren geldpolitischen Impuls. Auch Carsten Brzeski von der ING Bank verweist auf die weiterhin über dem Ziel liegende Kern- und Dienstleistungsinflation sowie fiskalische Impulse, die eine vorschnelle Reaktion der EZB unnötig erscheinen lassen. Damit bleibt die Notenbank auf absehbare Zeit in einer abwartenden Position.

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