EZB-Chefökonom: Keine Zinssenkungen in Sicht
Philip Lane betont Notwendigkeit des Erreichens des Inflationsziels von 2 Prozent

EZB-Chefvolkswirt Philip Lane hat kürzlich in Dublin seine Einschätzung zu möglichen Zinssenkungen in der Eurozone bekannt gegeben. Laut Lane stehen Zinssenkungen auf kurze Sicht nicht zur Debatte, und er betonte, dass zunächst das Zwei-Prozent-Inflationsziel wahrscheinlicher sein müsse. Diese Aussagen erfolgten vor dem Hintergrund der jüngsten Inflationsdaten, die die Richtung der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) beeinflussen könnten.
Die Daten zur Inflationsentwicklung im Dezember bestätigten weitgehend die bisherige Einschätzung der EZB. Die Verbraucherpreise in der Eurozone stiegen im Dezember um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das von der EZB festgelegte Inflationsziel liegt jedoch bei 2,0 Prozent. Aufgrund dieser Daten und der aktuellen Lage auf den Finanzmärkten sieht Lane vorerst keine Notwendigkeit für Zinssenkungen.
Lane erklärte, dass die EZB die eingehenden Daten genau analysieren werde, bevor über Zinssenkungen entschieden werde. Er betonte jedoch, dass Zinssenkungen in Betracht gezogen werden könnten, sobald genügend Zuversicht bestehe, dass das Zwei-Prozent-Ziel in Reichweite sei. Für den Moment handele es sich jedoch lediglich um Spekulationen, die von weiteren Daten abhängen.
Die nächste Zinssitzung der EZB ist für den 25. Januar geplant. In den Finanzmärkten wird derzeit erwartet, dass die EZB in diesem Jahr mehrere Zinssenkungen durchführen wird. Ein erster Zinsschritt nach unten wird bereits im März oder April erwartet. Dies steht im Widerspruch zu den Äußerungen einiger anderer Mitglieder des EZB-Rats.
Am Geldmarkt wird aktuell mit einer Wahrscheinlichkeit von 31 Prozent gerechnet, dass die EZB den Einlagensatz im März um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 Prozent senken wird. Für die Zinssitzung im April wird die Wahrscheinlichkeit einer solchen Maßnahme bereits auf 65 Prozent geschätzt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die wirtschaftlichen Entwicklungen in den kommenden Monaten auf die Geldpolitik der EZB auswirken werden.
