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EZB bereitet sich auf mögliche Zinssenkung vor

Ökonomen erwarten erste Schritte im zweiten Quartal 2024, während Märkte größere Eingriffe prognostizieren

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EZB bereitet sich auf mögliche Zinssenkung vor

Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte im kommenden Jahr eine historische Entscheidung treffen, die die wirtschaftliche Landschaft der Eurozone beeinflussen wird. Laut einer aktuellen Umfrage von Reuters erwarten die meisten Volkswirte eine erste Zinssenkung der EZB im zweiten Quartal 2024. Dieser Schritt wird vor ihrer geplanten Zinssitzung im Juli erwartet. Von den 90 befragten Ökonomen sind 57 Prozent oder 51 Teilnehmer der Meinung, dass die EZB die Zinssätze senken wird. Diese Prognose überrascht, da in der vorherigen Umfrage im November noch 55 Prozent davon ausgingen, dass die EZB bis zur Jahresmitte 2024 keine Zinssenkungen vornehmen würde.

Die Gründe für diese veränderte Einschätzung liegen in der aktuellen wirtschaftlichen Situation der Eurozone. Im November stiegen die Verbraucherpreise nur noch um 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was den niedrigsten Wert seit Juli 2021 darstellt. Vor allem im Herbst 2022 hatte die Inflation mit zeitweise über zehn Prozent deutlich höher gelegen. Aufgrund dieses drastischen Rückgangs sieht die Direktorin der EZB, Isabel Schnabel, die Möglichkeit für weitere Zinserhöhungen vorerst als unwahrscheinlich an. In einem Interview mit Reuters erklärte sie, dass die jüngsten Inflationsdaten eine erneute Zinserhöhung eher unwahrscheinlich gemacht hätten, obwohl sie noch vor einem Monat für die Beibehaltung dieser Option plädiert hatte.

Die Umfrageergebnisse spiegeln sich auch in den Erwartungen der Volkswirte für das Jahr 2024 wider. Wenn man den Median der Umfrage betrachtet, rechnen die Ökonomen ab dem zweiten Quartal 2024 mit vierteljährlichen Zinssenkungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte. Auf dem Finanzmarkt hingegen gehen die Erwartungen noch weiter. Dort wird bereits mit erheblichen Zinssenkungen von insgesamt rund 1,50 Prozentpunkten im Jahr 2024 gerechnet.

Es bleibt jedoch abzuwarten, wie die EZB tatsächlich auf die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen reagieren wird. Alle 90 befragten Volkswirte sind sich einig, dass der maßgebliche Einlagensatz bei der bevorstehenden Zinssitzung am 14. Dezember konstant bei 4,00 Prozent gehalten wird. Doch die Zukunft der Zinssätze und die wirtschaftliche Stabilität der Eurozone hängen von vielen Faktoren ab, die in den kommenden Monaten eine entscheidende Rolle spielen werden.

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