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Exporte in die USA brechen deutlich ein

Zollstreit, China-Flaute und schwache Importe belasten deutsche Außenwirtschaft

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Exporte in die USA brechen deutlich ein

Die deutschen Exporte in die Vereinigten Staaten sind im Mai deutlich zurückgegangen. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes sanken die Ausfuhren gegenüber dem Vormonat um 7,7 Prozent auf einen Warenwert von 12,1 Milliarden Euro. Damit erreichte der Handel mit dem wichtigsten Absatzmarkt deutscher Unternehmen den niedrigsten Stand seit März 2022. Ursache für die Entwicklung ist die wachsende Unsicherheit infolge des Zollkurses der US-Regierung unter Donald Trump.

Zu Jahresbeginn hatten viele US-Unternehmen deutsche Waren vorgezogen, um möglichen Zöllen zuvorzukommen. Dieser Effekt kehrt sich nun ins Gegenteil um. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, erläuterte, dass sich der frühzeitige Einkauf nun in rückläufigen Exportzahlen niederschlage. Zwar verlängerte US-Präsident Trump die Frist für neue Zölle bis zum 1. August, doch konkrete Fortschritte in den Gesprächen mit der EU wurden bislang nicht erzielt.

Neben den schwächelnden USA-Exporten zeigt sich auch in anderen wichtigen Märkten eine rückläufige Tendenz. So sanken die Ausfuhren nach China um 2,8 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Experten führen das unter anderem auf die zunehmende Eigenproduktion der Volksrepublik zurück, die früher stärker auf deutsche Importgüter angewiesen war. Im Gegensatz dazu stiegen die Exporte in das Vereinigte Königreich deutlich um 15,1 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Die Ausfuhren in die EU-Staaten gingen hingegen um 2,2 Prozent auf 71,3 Milliarden Euro zurück.

Insgesamt verzeichnete die deutsche Exportwirtschaft im Mai einen Rückgang der Gesamtausfuhren um 1,4 Prozent auf 129,4 Milliarden Euro. Bereits im April hatte es ein Minus von 1,6 Prozent gegeben. Die Entwicklung belastet die Konjunktur zusätzlich, zumal auch die Importe mit einem Rückgang von 3,8 Prozent auf 111,1 Milliarden Euro deutlich nachließen. Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, wies darauf hin, dass der Rückgang der Importe ein Indiz für eine schwächelnde Binnennachfrage sein könnte, betonte aber zugleich, dass Monatszahlen stark schwanken können.

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich ebenfalls verschlechtert. Das ifo-Institut meldete für Juli einen Rückgang der Exporterwartungen auf minus 1,7 Punkte nach minus 1,3 Punkten im Juni. Laut ifo-Experte Klaus Wohlrabe fehle es der Exportwirtschaft derzeit an Schwung, und es gebe nur wenige Anzeichen für eine spürbare Erholung.

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