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Explosion nach Erdbeben: Katastrophe in japanischem Einkaufszentrum Kumamoto

Nach einem Erdbeben der Stärke 7,1 erschütterte eine verheerende Explosion ein Einkaufszentrum in Südjapan – drei Tote, drei Vermisste.

• 2 Min
Explosion nach Erdbeben: Katastrophe in japanischem Einkaufszentrum Kumamoto

Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,1 traf am Dienstag die japanische Präfektur Kumamoto in Südjapan. Mitarbeiter des dortigen Aeon-Einkaufszentrums – des größten der Region – berichteten, wie sie durch die Erschütterungen zu Boden geworfen oder von aufgewirbelten Staubwolken eingehüllt wurden. Das Personal reagierte schnell und evakuierte rund 3.000 Kunden innerhalb von 30 Minuten nach dem Beben.

Doch die eigentliche Katastrophe folgte erst. Rund 50 Minuten nach der Evakuierung erschütterte eine gewaltige Explosion das Gebäude, zerriss die Stahlkonstruktion und schleuderte Trümmer über den Parkplatz. Augenzeugen beschrieben die Szene als apokalyptisch. „Ich dachte, eine Bombe sei explodiert", sagte der 41-jährige Takateru Sonoda, der in der Nähe einen Friseursalon und ein Café betreibt, gegenüber der Nachrichtenagentur Jiji Press. „Es gab Leute, die andere zur Evakuierung aufriefen, und Sirenen schrillten. Die umliegenden Straßen waren verstopft, es herrschte Panik."

Kazuya Tsurunaga, der in einem Pub rund 300 Meter vom Einkaufszentrum entfernt gerade durch das Beben zerbrochenes Geschirr wegräumte, erlebte die Explosion hautnah. „Eine große Rauchwolke stieg auf, und da der Wind zufällig in Richtung des Ladens wehte, war es, als ob Vulkanasche um uns herum herabfiel", sagte er dem Sender TBS.

Rettungsarbeiten unter schwierigen Bedingungen

Rettungskräfte zögerten zunächst, das teilweise eingestürzte Gebäude zu betreten – zu groß war die Gefahr weiterer Einstürze inmitten einer Serie von Nachbeben. Am frühen Mittwoch bargen sie schließlich acht Personen aus den Trümmern, darunter drei Tote. Der Verbleib von drei weiteren Ladenmitarbeitern blieb zunächst ungeklärt. Rund 170 Soldaten wurden zur Unterstützung der Rettungsarbeiten vor Ort eingesetzt.

Aeon-Präsident Akio Yoshida erklärte auf einer Pressekonferenz am Mittwoch, man habe zunächst geglaubt, alle Kunden und Mitarbeiter seien in Sicherheit. „Wir haben bestätigt, dass alle Kunden evakuiert worden waren. Wir glaubten, dass auch die Mitarbeiter evakuiert worden waren, aber später stellte sich heraus, dass einige Personen im Inneren geblieben oder aus irgendeinem Grund zurückgekehrt waren", sagte Yoshida. Ein Überlebender wurde verletzt in einer Toilette des Gebäudes gefunden. Als mögliche Ursache der Explosion nannte Aeon ein Gasleck, das derzeit untersucht werde.

Tragische Ironie: Erst im Vormonat wiedereröffnet

Das Einkaufszentrum hatte erst im vergangenen Monat nach umfangreichen Umbauarbeiten wiedereröffnet. Der Betreiber Aeon hatte das Gebäude nach schweren Schäden beim Kumamoto-Erdbeben der Stärke 7,3 im April 2016 grundlegend saniert und dabei ausdrücklich seismisch verstärkte Decken sowie verbesserte Sicherheits- und Widerstandsmaßnahmen hervorgehoben. Die Wiedereröffnung sollte symbolisch an den Wiederaufbau nach der damaligen Katastrophe erinnern.

Ein Mitarbeiter eines der rund 200 Geschäfte im Einkaufszentrum berichtete der Zeitung Yomiuri, das Beben habe das Gebäude zehn Sekunden lang erschüttert und ihn in die Knie gezwungen. Ein 22-jähriger Kinomitarbeiter schilderte, wie das Beben gegen 16:30 Uhr Ortszeit eine massive Staubwolke aufwirbelte und die Panik unter den Anwesenden weiter verstärkte.

Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi bezeichnete die Lage am Mittwoch als „Wettlauf gegen die Zeit" und betonte die Dringlichkeit der Rettungsmaßnahmen für die noch eingeschlossenen Personen sowie weitere vom Erdbeben Betroffene in der Region.

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