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China bestraft Trip.com mit 770 Millionen Dollar Kartellstrafe

Chinas Marktregulierungsbehörde SAMR verhängt Rekordstrafe gegen die größte Online-Reiseplattform des Landes wegen Marktmachtmissbrauchs.

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China bestraft Trip.com mit 770 Millionen Dollar Kartellstrafe

Chinas staatliche Behörde für Marktregulierung (SAMR) hat gegen die Trip.com Group eine Gesamtstrafe von 5,2 Milliarden Yuan – umgerechnet rund 770 Millionen US-Dollar – verhängt. Der Vorwurf: Das Unternehmen hat seine marktbeherrschende Stellung auf dem chinesischen Online-Hotelbuchungsmarkt systematisch missbraucht. Die Maßnahme folgt auf eine im Januar eingeleitete Kartelluntersuchung.

Die Behörde zog unrechtmäßige Gewinne in Höhe von 1,66 Milliarden Yuan ein und verhängte darüber hinaus eine zusätzliche Geldstrafe von 3,52 Milliarden Yuan. Zusätzlich wurde Trip.com angewiesen, Buchungskautionen in Höhe von 122 Millionen Yuan an Hotelbetreiber zurückzuzahlen, die laut Behördenangaben unrechtmäßig einbehalten worden waren.

Exklusivvereinbarungen im Fokus der Ermittler

Laut SAMR nutzte Trip.com Systeme zur Traffic-Zuweisung, Plattformregeln sowie technische Maßnahmen, um sich Exklusivvereinbarungen mit ausgewählten Hotelbetreibern zu sichern. Ziel dieser Vereinbarungen war es, der Plattform stets Zugang zu den niedrigsten verfügbaren Zimmerpreisen im Online-Buchungsmarkt zu verschaffen.

Die Regulierungsbehörde stellte fest, dass diese Praktiken die Hotels in ihrer unternehmerischen Freiheit erheblich einschränkten. Konkret konnten betroffene Hotelbetreiber ihre Zimmer nicht mehr frei auf Konkurrenzplattformen anbieten und waren in ihrer eigenständigen Preisgestaltung beschränkt. Dies habe den Wettbewerb unter den Reisebuchungsanbietern beeinträchtigt und die Auswahl für Verbraucher verringert.

Trip.com ist Chinas größte Online-Reiseplattform und betreibt mehrere international bekannte Buchungsmarken, darunter Ctrip, Skyscanner und Qunar. Das Dienstleistungsangebot des Konzerns umfasst Hotels, Flüge, Pauschalreisen sowie Geschäftsreisen und macht das Unternehmen zu einem zentralen Akteur im globalen Reisemarkt.

Pekings verschärfte Plattformaufsicht zeigt Wirkung

Der Fall reiht sich in eine breitere Regulierungsoffensive Chinas gegen große Internetplattformen ein. In den vergangenen Jahren hat Peking die Aufsicht über den Technologiesektor deutlich verschärft und nimmt dabei gezielt Praktiken wie Exklusivvereinbarungen, algorithmische Preisgestaltung und Beschränkungen für Händler ins Visier.

Die Behörden begründen ihr Vorgehen auch mit wirtschaftspolitischen Zielen: Aggressive Rabatte und Preise unter den Gestehungskosten könnten Unternehmen schwächen, die Margen der Anbieter verringern und den deflationären Druck in der Gesamtwirtschaft erhöhen. Die Strafe gegen Trip.com ist damit auch ein Signal im Kampf gegen übermäßigen Preiswettbewerb.

Trip.com selbst akzeptierte die Entscheidung der Regulierungsbehörde und erklärte, die erforderlichen Korrekturmaßnahmen umzusetzen. Das Unternehmen sicherte zu, die Anweisungen der SAMR zu befolgen und seine Geschäftspraktiken einer umfassenden Überprüfung zu unterziehen.

Beobachter gehen davon aus, dass der Fall Signalwirkung für die gesamte Branche haben könnte. Konkurrierende Reiseplattformen könnten ihre bestehenden Vereinbarungen mit Hotels neu bewerten und Hotelbetreibern künftig eine größere Preisfreiheit einräumen, die über mehrere Buchungsdienste hinweg tätig sind.

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