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Ex-Basel-Chef warnt EU vor Katastrophe bei Bankenregel-Abkehr

Neil Esho, früherer Generalsekretär des Basler Ausschusses, schlägt Alarm: Eine EU-Abkehr vom Output-Floor wäre eine „Katastrophe".

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Ex-Basel-Chef warnt EU vor Katastrophe bei Bankenregel-Abkehr

Der kürzlich ausgeschiedene Leiter des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht, Neil Esho, hat eindringlich vor den Folgen einer möglichen EU-Abkehr von einem zentralen Element der globalen Bankenreformen gewarnt. Esho, der im März als Generalsekretär des internationalen Zusammenschlusses von Bankenaufsehern zurückgetreten ist, bezeichnete einen solchen Schritt als „Katastrophe". Im Mittelpunkt der Debatte steht der sogenannte Output-Floor – ein Eckpfeiler der globalen Kapitalreformen.

Der Hintergrund: Die Europäische Union erwägt offenbar, dem Beispiel der USA zu folgen und den Output-Floor abzulehnen oder abzuschwächen. Ziel wäre es, die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Banken gegenüber ihren Konkurrenten an der Wall Street zu stärken. Esho warnte jedoch, dass eine Nachahmung der US-Ablehnung dieses Regelwerks „deutlich zu weit gehen" würde.

Was ist der Output-Floor?

Der Output-Floor ist ein zentrales Element des sogenannten Basel-III-Regelwerks, das nach der globalen Finanzkrise von 2008 entwickelt wurde. Er legt fest, dass die von Banken intern berechneten Risikogewichte – und damit die erforderlichen Eigenkapitalpuffer – nicht unter einen bestimmten Prozentsatz der standardisierten Berechnungsmethode fallen dürfen. Damit soll verhindert werden, dass Banken ihre eigenen Risikomodelle nutzen, um die Kapitalanforderungen künstlich niedrig zu halten.

Das Ziel des Output-Floors ist es, die Vergleichbarkeit und Stabilität im globalen Bankensystem zu gewährleisten. Kritiker hingegen argumentieren, dass die Regel europäische Banken gegenüber US-amerikanischen Instituten benachteiligt, die bislang nicht in gleichem Maße an diese Vorgaben gebunden sind. Genau hier setzt die aktuelle politische Debatte in der EU an.

Eshos Warnung im Kontext

Neil Esho ist keine unbedeutende Stimme in dieser Debatte. Als langjähriger Generalsekretär des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht war er maßgeblich an der Entwicklung und Koordination internationaler Bankenstandards beteiligt. Der Basler Ausschuss ist das wichtigste globale Gremium für die Regulierung von Banken und vereint Aufseher aus den bedeutendsten Volkswirtschaften der Welt.

Seine Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Diskussion über die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Banken an Fahrt gewinnt. Angesichts einer weniger strikten Regulierungshaltung in den USA unter der aktuellen politischen Führung wächst in Europa der Druck, die eigenen Banken nicht durch strengere Regeln zu benachteiligen. Esho stellt sich mit seiner Aussage klar gegen eine solche Lockerungsstrategie.

Für deutsche Privatanleger und Beobachter des Finanzsektors ist diese Debatte von erheblicher Bedeutung. Europäische Großbanken – darunter auch deutsche Institute – wären von einer Änderung der Kapitalregeln direkt betroffen. Ob die EU letztlich den Kurs der USA übernimmt oder an den Basel-III-Standards festhält, dürfte die Stabilität und das Risikoprofil des europäischen Bankensektors in den kommenden Jahren maßgeblich beeinflussen.

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