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EVG warnt vor drastischem Anstieg der Ticketpreise

Auch ICE-Angebot könnte laut Gewerkschaft um ein Viertel schrumpfen

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EVG warnt vor drastischem Anstieg der Ticketpreise

Bahnkunden in Deutschland müssen sich möglicherweise auf spürbar höhere Ticketpreise einstellen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG warnt vor einem Anstieg von mehr als zehn Prozent noch in diesem Jahr. Zudem könnten ICE-Verbindungen auf stark frequentierten Strecken um ein Viertel reduziert werden. Die Deutsche Bahn selbst erklärte auf Anfrage, dass es derzeit keine Entscheidungen zu Preis- oder Fahrplananpassungen gebe, bestätigte aber steigende Kosten im Schienennetz.

Als wesentlicher Auslöser für die erwartete Preiserhöhung gelten gestiegene Trassenpreise. Diese sogenannte Schienenmaut wird von der Infrastruktursparte der Bahn, der InfraGo, erhoben und betrifft alle Eisenbahnverkehrsunternehmen. Ein internes Papier der EVG geht davon aus, dass diese Gebühren im Fernverkehr um 18 Prozent und im Güterverkehr um 16 Prozent steigen könnten. Das habe direkte Auswirkungen auf die Kostenstruktur der Bahnunternehmen und führe zu Preisdruck auf die Fahrpreise.

Die EVG sieht die Verantwortung für diese Entwicklung bei der Bundespolitik. In dem Papier der Gewerkschaft heißt es, die aktuelle Erhöhung der Trassenpreise sei eine Folge verkehrs- und finanzpolitischer Fehlentscheidungen in früheren Legislaturperioden. Hintergrund sei die Aufstockung des Eigenkapitals der Deutschen Bahn, das laut Eisenbahnregulierungsgesetz verzinst werden müsse. Höheres Eigenkapital bedeute in diesem System automatisch, dass auch eine höhere Rendite erzielt werden müsse – und das wiederum erfordere steigende Einnahmen, unter anderem durch höhere Gebühren für die Schienennutzung.

Die Bahn bestätigte auf Anfrage, dass es im Trassenpreissystem Reformbedarf gebe. Dies sei auch im Koalitionsvertrag vorgesehen. Preissteigerungen bei der Schienenmaut seien ein Fakt, der alle Eisenbahnverkehrsunternehmen treffe, besonders den Fern- und Güterverkehr. Konkrete Entscheidungen zu höheren Ticketpreisen oder Fahrplanänderungen gebe es aber derzeit nicht.

Die EVG fordert den Bundestag auf, die Preisentwicklung zu stoppen. Im Rahmen der Haushaltsberatungen müsse die Schienenmaut durch gezielte Fördermaßnahmen abgefedert werden, erklärte EVG-Chef Martin Burkert. Neben den Preissteigerungen warnt die Gewerkschaft auch vor Einschränkungen im Angebot: Auf stark frequentierten ICE-Strecken, darunter auch die schnellen Sprinterverbindungen, könnten bis zu 25 Prozent der Fahrten gestrichen werden.

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