Evercore ISI hebt Apple-Kursziel auf 365 Dollar an
Die Investmentbank sieht 22% Aufwärtspotenzial und stuft Apple weiterhin mit „Outperform" ein.

Die Investmentbank Evercore ISI bleibt für Apple-Aktien optimistisch und erhöht ihr 12-Monats-Kursziel um 11% von 330 auf 365 US-Dollar. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von 22% gegenüber dem Schlusskurs vom Mittwoch. Die Einstufung „Outperform" für den iPhone-Hersteller unter CEO Tim Cook bleibt unverändert bestehen.
Analyst Amit Daryanani begründete die Anhebung in einer Mitteilung an Kunden vom Donnerstag mit dem konkurrenzlosen Ökosystem des Unternehmens. „Während Investoren kurzfristigen Gegenwind bei Speicherchips und den Zeitplan für Apple Intelligence weiterhin überbewerten, halten wir das konkurrenzlose Ökosystem von Apple für die nachhaltigere Geschichte", schrieb Daryanani. Dieses Ökosystem ermögliche es Apple, ein Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Bereich sowie ein Wachstum des Gewinns pro Aktie und des freien Cashflows im niedrigen bis mittleren zweistelligen Bereich beizubehalten.
Speicherchip-Engpässe weniger bedrohlich als befürchtet
Zuletzt hatten einige Anleger Bedenken geäußert, dass ein Mangel an Speicherchips die mit Spannung erwarteten Smartphone-Einführungen und Apples Vorstoß in den Bereich der künstlichen Intelligenz gefährden könnte. Apple konnte diese Sorgen jedoch zerstreuen. Evercore ISI sieht den speicherbedingten Gegenwind als überbewertet an und verweist auf das starke Dienstleistungsgeschäft des Konzerns als stabilisierenden Faktor.
Das Dienstleistungssegment von Apple – darunter Apple Music, Apple TV+, die iCloud-Plattform und Apple Pay – dürfte laut Evercore ISI die Gewinne antreiben und dazu beitragen, mögliche Auswirkungen von Lieferengpässen bei Chips auszugleichen. Dieses Segment gilt als margenstarkes Standbein des Konzerns und wächst unabhängig von Hardware-Zyklen.
Faltbares iPhone und KI als weitere Kurstreiber
Darüber hinaus ist Apple laut Daryanani weiterhin auf Kurs, im weiteren Jahresverlauf mehrere High-End-iPhones auf den Markt zu bringen – darunter ein lang erwartetes faltbares Modell. Dieses könnte die Bruttomargen des Unternehmens weiter steigern und einen neuen Produktzyklus einläuten.
Auch die Monetarisierung künstlicher Intelligenz sieht Evercore ISI als bedeutenden Kurstreiber. „Die KI-Debatte ist asymmetrischer, als die Anleger annehmen, da eine erfolgreiche Einführung von Apple Intelligence in diesem Herbst mehrere Monetarisierungswege eröffnen könnte, ohne dass AAPL die Investitionsintensität der Hyperscaler erreichen muss", so Daryanani. Apple müsste demnach deutlich weniger Kapital in KI-Infrastruktur investieren als Konkurrenten wie <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft oder Alphabet, könnte aber dennoch von der KI-Welle profitieren.
Apple-Aktie mit starker Monatsperformance
Die Apple-Aktie hat in den vergangenen Wochen bereits deutlich zugelegt. Allein im letzten Monat stieg der Kurs um 15,5% – mehr als doppelt so stark wie der S&P 500, der im gleichen Zeitraum um weniger als 7% zulegte. Apple erreichte dabei in der vergangenen Woche mehrere Allzeithochs.
Die positive Einschätzung von Evercore ISI deckt sich mit dem breiten Konsens an der Wall Street. Laut Daten des Finanzdienstleisters LSEG stufen 33 von 48 Analysten die Apple-Aktie als „Buy" oder „Strong Buy" ein. Für deutsche Privatanleger, die in US-Technologiewerte investieren möchten, bleibt Apple damit eine der meistempfohlenen Aktien im globalen Technologiesektor.
