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Europas neuer Bezahldienst Wero startet im Juli

Hürden für den Paypal-Konkurrenten: Banken langsam, digitale Euro-Konkurrenz droht

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Europas neuer Bezahldienst Wero startet im Juli

Das neue europäische Bezahlsystem „Wero“ soll kommende Woche mit Handy-zu-Handy-Zahlungen starten. Anfangs sind jedoch nur deutsche Sparkassen und Volksbanken sowie die belgische Bank KBC beteiligt. Die European Payments Initiative (EPI), das Unternehmen hinter Wero, hat dies auf Anfrage mitgeteilt. Weitere Banken sollen innerhalb der nächsten sechs Monate folgen. Der Sparkassen-Lobbyverband DSGV hat angegeben, dass zahlreiche Sparkassen nächsten Dienstag mit Wero beginnen werden. Rund 85 Prozent der 351 Sparkassen sollen die Handy-zu-Handy-Zahlungen direkt anbieten, wobei die Kunden Wero über die Banking-App der Sparkassen nutzen können. Auch die meisten Volks- und Raiffeisenbanken werden ab dem 2. Juli dabei sein und Wero in ihre Banking-Apps integrieren. Die Deutsche Bank hat hingegen noch kein konkretes Startdatum genannt, soll aber Finanzkreisen zufolge Ende des Sommers hinzukommen.

Eine speziell für Wero entwickelte App soll Ende August verfügbar sein. Im September oder Oktober sollen die französischen Banken folgen, wie EPI weiter mitteilt. Die Angleichung der Zeitpläne zwischen den Banken sei entscheidend, um in jedem Markt eine kritische Masse zu erreichen. EPI, ein Gemeinschaftsunternehmen von 14 Banken und zwei Zahlungsfirmen, plant, im zweiten Halbjahr 2025 auch Zahlungen im E-Commerce und später an der Ladenkasse zu ermöglichen. Dies soll Europas Unabhängigkeit im Zahlungsverkehr stärken und den mächtigen US-Konzernen wie Mastercard, Visa und Paypal etwas entgegensetzen. An der Spitze der EPI Company steht Martina Weimert.

Wero basiert auf Echtzeitzahlungen, auch Instant Payments genannt, wobei der Betrag innerhalb von zehn Sekunden auf dem Konto der Empfänger gutgeschrieben wird. Dennoch steht Wero vor erheblichen Herausforderungen. Erstens sind die Banken spät dran. Paypal ist in Deutschland besonders beliebt und die bevorzugte Zahlungsmethode beim Online-Shopping. Das Unternehmen gibt an, in Deutschland rund 35 Millionen aktive Kundenkonten zu haben, von denen 32 Millionen Privatpersonen und der Rest Händlern gehören. In anderen Ländern wird die Kreditkarte stärker genutzt, was die Frage aufwirft, ob Verbraucher eine weitere Zahlungsmethode annehmen werden.

Das Beispiel des deutschen Wettbewerbers Paydirekt zeigt, wie schwierig der Aufbau eines Paypal-Konkurrenten ist. Paydirekt wurde 2015 von deutschen Banken gestartet, ist jedoch erfolglos und wird bald abgewickelt. Auch die Fusion mit dem Online-Bezahlverfahren Giropay brachte keinen entscheidenden Fortschritt. Handy-zu-Handy-Zahlungen sind ebenfalls seit Langem möglich, beispielsweise über die Paypal-App oder das Angebot der deutschen Banken, das von „Kwitt“ in Giropay umbenannt wurde.

Zweitens ist Wero zwar länderübergreifend, aber kein europaweites Angebot. Neben deutschen Genossenschaftsbanken, Sparkassen und der Deutschen Bank sind elf weitere Banken aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden beteiligt. Dazu gehören BNP Paribas, Société Générale und ING sowie die Zahlungsdienstleister Worldline und Nexi. Aus Deutschland ist die Commerzbank nicht dabei, und Banken aus Italien, Portugal und Spanien fehlen vollständig. Diese Länder haben Ende letzten Jahres eine eigene Kooperation angekündigt, um Handy-zu-Handy-Zahlungen über Ländergrenzen hinweg zu ermöglichen.

Drittens könnte der geplante digitale Euro, der frühestens 2027 kommt, Wero Konkurrenz machen. Der digitale Euro würde in digitaler Form Zugang zu Zentralbankgeld bieten, das bisher nur als Bargeld verfügbar ist, welches europaweit immer weniger genutzt wird. Viele Details zum digitalen Euro sind noch unklar, aber er könnte durchaus in Wettbewerb mit etablierten und neuen Zahlungsmethoden wie Paypal und Wero treten. Theoretisch könnten sowohl Wero als auch Paypal und andere Bezahl-Apps den digitalen Euro in ihre Angebote integrieren.

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