Europäische Unternehmensgewinne: Prognose verschlechtert sich
Die Gewinnerwartungen für europäische Unternehmen im vierten Quartal 2024 haben sich weiter eingetrübt. Analysten rechnen nun mit einem Rückgang von 4,2 Prozent – das schlechteste Ergebnis seit sieben Quartalen.

Die Aussichten für europäische Unternehmen haben sich in der vergangenen Woche leicht verschlechtert. Laut aktuellen Daten von LSEG I/B/E/S erwarten Analysten für das vierte Quartal 2024 nun einen Gewinnrückgang von durchschnittlich 4,2 Prozent im Jahresvergleich. Vor einer Woche lag die Prognose noch bei minus 4,1 Prozent.
Dies wäre die schwächste Gewinnentwicklung der vergangenen sieben Quartale und unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen für europäische Konzerne. Besonders die globale wirtschaftliche Unsicherheit und geopolitische Spannungen belasten die Geschäftserwartungen.
Trump-Ankündigungen sorgen für kurzfristige Erleichterung
Eine gewisse Entspannung brachte am Mittwoch US-Präsident Donald Trump mit seiner Ankündigung, auf zusätzliche Zölle in Höhe von 10 Prozent gegen acht europäische Verbündete zu verzichten. Hintergrund ist eine Rahmenvereinbarung bezüglich Grönlands. Trump schloss zudem eine gewaltsame Einnahme der arktischen Insel aus.
Die Nachricht trieb die europäischen Aktienmärkte nach oben. Der STOXX 600 legte um rund ein Prozent zu, während die laufende Berichtssaison an Fahrt gewinnt. Allerdings bleiben die Details der Vereinbarung unklar.
Analysten warnen vor voreiliger Euphorie
Trotz der positiven Marktreaktion mahnen Experten zur Vorsicht. Analysten und Investoren verweisen auf den unvorhersehbaren außenpolitischen Kurs der Trump-Administration. Die Erfahrung zeigt, dass Ankündigungen schnell wieder revidiert werden können.
Auch die Umsatzprognosen haben sich verschlechtert. Die Erlöse europäischer Unternehmen werden laut LSEG-Daten nun voraussichtlich um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr schrumpfen. In der Vorwoche wurde noch ein Rückgang von 2,9 Prozent erwartet.
Herausforderndes Umfeld für europäische Konzerne
Die verschlechterten Prognosen spiegeln das schwierige wirtschaftliche Umfeld wider. Europäische Unternehmen kämpfen mit schwacher Nachfrage, hohen Energiekosten und geopolitischen Risiken. Die laufende Berichtssaison wird zeigen, wie gut sich die Konzerne in diesem Umfeld behaupten konnten.
Für Anleger bedeutet dies: Selektives Vorgehen ist gefragt. Nicht alle Branchen und Unternehmen sind gleichermaßen von den Herausforderungen betroffen. Qualitätsaktien mit soliden Bilanzen dürften besser durch die schwierige Phase kommen.
