Europäische Börsen starten schwach – DAX verliert 0,6 Prozent
Widersprüchliche Nachrichten aus dem Nahen Osten belasten die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten zum Wochenstart.

Die europäischen Aktienmärkte zeigen sich im frühen Handel überwiegend im Minus. Der europaweite Stoxx 600 gibt um 0,2 Prozent nach, nachdem die Blue-Chip-Indizes in den ersten 15 Handelsminuten zwischen positivem und negativem Terrain geschwankt hatten. Händler wägen widersprüchliche Meldungen zum Krieg im Nahen Osten ab, was die Nervosität an den Märkten spürbar erhöht.
Besonders der industrielastige deutsche DAX steht unter Druck und notiert 0,6 Prozent tiefer. Gleichzeitig ziehen die Ölpreise am europäischen Vormittag an – ein Zeichen dafür, dass die geopolitischen Risiken die Energiemärkte weiterhin antreiben. Auch der spanische IBEX 35 gibt um 0,3 Prozent nach, da konsumsensible Aktien unter Verkaufsdruck geraten.
In Paris verliert der CAC 40 moderat um 0,2 Prozent. Gegen den Trend steigt Pernod Ricard um 3,1 Prozent, nachdem Bloomberg berichtete, der französische Spirituosenkonzern prüfe eine Übernahme des Jack-Daniel's-Eigentümers Brown-Forman. Italiens FTSE MIB notiert nahezu unverändert mit einem Minus von 0,05 Prozent.
London profitiert von AstraZeneca-Rally
Der Londoner FTSE 100 stemmt sich gegen den negativen Trend und notiert 0,1 Prozent im Plus. Treiber ist der Pharmariese AstraZeneca, dessen Aktie um 3,2 Prozent klettert – ausgelöst durch positive Daten aus einer klinischen Studie. Der britische Leitindex zeigt damit einmal mehr, wie stark Einzeltitel das Gesamtbild prägen können.
Asiatische Märkte ebenfalls unter Druck
Auch in Asien sorgt die Unsicherheit rund um den Iran-Konflikt für Kursverluste. Der japanische Nikkei-Index liegt mit 1,0 Prozent im Minus bei 53.081 Punkten. Elektronik- und Maschinenbauaktien führen die Verluste an: Kioxia Holdings büßt 8,9 Prozent ein, Daikin Industries verliert 6,9 Prozent. US-Präsident Trump hatte erklärt, Angriffe auf den iranischen Energiesektor für weitere zehn Tage auszusetzen, um Friedensverhandlungen zu ermöglichen.
Der südkoreanische Chemiekonzern LG Chem steht ebenfalls im Fokus. Analysten von NH Investment & Securities warnen, das Unternehmen könnte bis zum zweiten Quartal operative Verluste verzeichnen. Steigende Naphtha-Preise und Versorgungsunterbrechungen aus dem Nahen Osten belasten das Petrochemiegeschäft. NH erwartet, dass sich der operative Verlust im zweiten Quartal auf 187,6 Milliarden Won ausweiten wird – nach einer Schätzung von 55 Milliarden Won im ersten Quartal.
Der chinesische Spielzeughersteller Pop Mart steht ebenfalls im Blickpunkt. Das Unternehmen kaufte am Donnerstag rund 3,94 Millionen Aktien für 599,7 Millionen Hongkong-Dollar zurück. Morningstar-Analyst Jeff Zhang sieht den Rückkauf als leicht bewertungsunterstützend, warnt jedoch: Der Schritt löse nicht die Sorgen über das sich verlangsamende Gewinnwachstum. Eine nachhaltige internationale Expansion sei langfristig der effektivere Kurstreiber.
