Europäische Börsen im Plus trotz schwacher Industrieproduktion der Eurozone
DAX, CAC 40 und FTSE 100 legen zu, während Industriedaten enttäuschen. Berichtssaison übertrifft Erwartungen.

Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich am Montag freundlich und legten trotz schwacher Konjunkturdaten leicht zu. Der deutsche DAX gewann 0,2 Prozent, der französische CAC 40 kletterte um 0,3 Prozent und der britische FTSE 100 stieg ebenfalls um 0,2 Prozent. Die Handelsaktivität blieb allerdings verhalten, da sowohl in Asien als auch in den USA Feiertage begangen wurden.
Die positive Grundstimmung an den europäischen Börsen wird vor allem durch eine überraschend starke Berichtssaison getragen. Unternehmen, die 57 Prozent der europäischen Marktkapitalisierung repräsentieren, haben für das vierte Quartal ein durchschnittliches Gewinnwachstum von 3,9 Prozent gemeldet. Dies liegt deutlich über den ursprünglichen Analystenschätzungen, die noch von einem Rückgang um 1,1 Prozent ausgegangen waren. Bemerkenswert ist zudem, dass 60 Prozent der europäischen Unternehmen die Gewinnerwartungen übertrafen – in einem typischen Quartal schaffen dies nur 54 Prozent.
Die Industrieproduktion der Eurozone hingegen lieferte weniger erfreuliche Nachrichten. Im Dezember verzeichnete die Produktion einen Rückgang von 1,4 Prozent im Monatsvergleich. Diese Zahlen werfen Fragen über die wirtschaftliche Erholung in der Währungsunion auf und stehen im Kontrast zur positiven Entwicklung an den Aktienmärkten.
Bergbaukonzerne und Volkswagen im Fokus
In dieser Woche richten sich die Blicke der Anleger auf die vier größten europäischen Bergbauunternehmen – Rio Tinto, Glencore, Anglo American und Antofagasta. Ihre Quartalszahlen werden mit besonderer Spannung erwartet, da die von ihnen geförderten Metalle zuletzt neue Höchststände erreicht haben.
Volkswagen sorgte bereits am Montag für Schlagzeilen. Laut einem Bericht des Manager Magazins plant der deutsche Automobilkonzern, die Kosten bis Ende 2028 markenübergreifend um 20 Prozent zu senken. Diese Sparmaßnahmen dürften die Investoren in den kommenden Tagen beschäftigen.
Schwache Wachstumsdaten aus Japan
Aus Asien kamen am Montag enttäuschende Konjunktursignale. Japans Bruttoinlandsprodukt wuchs im Dezemberquartal auf das Jahr hochgerechnet lediglich um 0,2 Prozent – deutlich unter den Prognosen von 1,6 Prozent. Die schwachen Zahlen dürften Premierministerin Sanae Takaichi in ihrem Vorhaben bestärken, aggressive fiskalische Impulse zu setzen.
Am britischen Immobilienmarkt zeigte sich eine Stabilisierung. Die durchschnittlichen Angebotspreise für neu gelistete Immobilien sanken im Februar nur minimal um 12 Pfund auf 368.019 Pfund, nachdem sie im Januar noch um 2,8 Prozent gestiegen waren.
Ölpreise unter Druck durch US-Iran-Gespräche
Die Ölpreise gaben am Montag im feiertagsbedingt ruhigen Handel leicht nach. Brent-Rohöl fiel um 0,3 Prozent auf 67,52 US-Dollar pro Barrel, während die US-Sorte WTI um 0,4 Prozent auf 62,50 US-Dollar sank. Die Preise stehen unter Druck, nachdem US-Präsident Donald Trump angedeutet hatte, Washington könnte im nächsten Monat ein Abkommen mit Teheran schließen. Am Dienstag findet in Genf eine zweite Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran statt, bei der es um das jahrzehntelange Atomprogramm-Streit geht.
In den USA wird am Donnerstag Walmart seine Quartalszahlen vorlegen. Die Ergebnisse des Einzelhandelsriesen mit einer Marktkapitalisierung von einer Billion US-Dollar werden wichtige Einblicke in die Konsumausgaben amerikanischer Verbraucher liefern.
