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Europäische Aktien steigen leicht – Banken führen, GSK schwächelt

Der STOXX 600 legt um 0,5 Prozent zu, während Bankentitel glänzen und Anleger Nahost-Entwicklungen aufmerksam verfolgen.

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Europäische Aktien steigen leicht – Banken führen, GSK schwächelt

Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag leicht zugelegt. Der breit gefasste STOXX 600 Index stieg bis 08:46 Uhr GMT um 0,5 Prozent auf 624,78 Punkte. Besonders gefragt waren Bankentitel, die von Konsolidierungsfantasien im italienischen Finanzsektor und nachlassenden Spannungen im Nahen Osten profitierten.

Den stärksten Sektorgewinn verzeichnete der EURO STOXX Banks mit einem Plus von 1,8 Prozent. Im Mittelpunkt stand dabei der italienische Bankensektor: Monte dei Paschi di Siena (MPS) hatte gleich zwei Übernahmeangebote von Konkurrenten erhalten – von Intesa Sanpaolo und Banco BPM. Die Kreditinstitute streben danach, Marktanteile im Finanzsektor der Eurozone zu gewinnen.

Italienische Bankenkonsolidierung im Fokus

Um wettbewerbsrechtlichen Bedenken zu begegnen, kündigte Intesa ein separates Geschäft an: 635 MPS-Filialen sowie die Marke sollen an den Versicherer Unipol verkauft werden. An der Börse kamen diese Nachrichten gut an. MPS legten um 2,5 Prozent zu, BPM und Intesa gewannen jeweils 2,8 Prozent. Besonders stark stiegen BPER Banca mit plus 4,2 Prozent und Unipol mit beeindruckenden plus 5,9 Prozent.

Die Lage im Nahen Osten blieb ein zentrales Thema für die Märkte. Iran und Israel hatten ihre gegenseitigen Angriffe eingestellt, was für Erleichterung sorgte. Dennoch herrschte weiterhin Vorsicht: Diplomatische Gespräche haben bisher keinen dauerhaften Frieden herbeigeführt, und die Straße von Hormus – eine lebenswichtige Ader für die weltweite Ölversorgung – bleibt weiterhin geschlossen.

Märkte zwischen gegensätzlichen Impulsen

Craig Cameron, Portfoliomanager bei Franklin Templeton, beschrieb die aktuelle Marktstimmung treffend: „Die Märkte haben sich in der letzten oder vorletzten Woche in einem Seitwärtstrend bewegt, beeinflusst durch die Geschehnisse im Nahen Osten und geringere Auswirkungen der KI-gesteuerten Volatilität, die wir an den asiatischen und US-amerikanischen Märkten sehen." Er ergänzte: „Im Moment hat der Markt das Gefühl, dass es genügend gegensätzliche Impulse gibt, die sich gegenseitig ausgleichen."

Auch die Geldpolitik rückt in den Fokus: Inflationssorgen haben dazu geführt, dass die Märkte eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank um 25 Basispunkte bei der Sitzung am Donnerstag eingepreist haben. Der eigentliche Blickpunkt der Anleger liegt jedoch auf dem künftigen geldpolitischen Pfad der EZB.

Europäische Technologiewerte, die Ende letzter Woche und am Montag Volatilität gezeigt hatten, stabilisierten sich und stiegen um 0,9 Prozent. Der Sektor ist auf dem Weg, die größten Gewinne im laufenden Quartal innerhalb des STOXX 600 zu erzielen.

GSK unter Druck nach Milliarden-Übernahme

Zu den größten Verlierern zählte der britische Pharmariese GSK, dessen Aktie um 3,2 Prozent nachgab. Auslöser war die Vereinbarung zur Übernahme des US-Unternehmens Nuvalent für 10,6 Milliarden US-Dollar. Mit dem Deal will GSK sein Lungenkrebs-Portfolio ausbauen. Solche Kursreaktionen nach Übernahmeankündigungen sind typisch, da Anleger zunächst den Kaufpreis und die strategische Logik bewerten.

Positiv entwickelte sich hingegen die UBS-Aktie mit einem Plus von 2 Prozent. Einem Reuters-Bericht zufolge erwägen Schweizer Gesetzgeber einen neuen Vorstoß zur Lockerung der Eigenkapitalanforderungen für die Großbank, was die finanzielle Belastung des Instituts um Milliarden US-Dollar verringern könnte.

Makroökonomisch gab es ebenfalls positive Signale aus Deutschland: Die Industrieproduktion stieg im April stärker als erwartet, und auch die Exporte legten überraschend zu – ein Lichtblick für die größte Volkswirtschaft der Eurozone.

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