Europäische Aktien stabil vor Nvidia-Zahlen und Inflationssorgen
Europas Börsen halten sich im Plus, während Anleger Nvidias KI-Quartalszahlen und wachsende Inflationsrisiken durch den Iran-Konflikt abwarten.

Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich am Mittwoch stabil und notierten oberhalb der Nulllinie. Anleger warteten gespannt auf die Quartalsergebnisse von Nvidia, die nach Börsenschluss an der Wall Street erwartet wurden und neue Einblicke in den Zustand des KI-Booms versprechen.
Um 08:54 Uhr ET (12:54 Uhr GMT) legte der europaweite Stoxx 600 um 0,5 Prozent zu. Der deutsche DAX stieg um 0,3 Prozent, der französische CAC 40 gewann 0,5 Prozent, und der britische FTSE 100 legte um 0,2 Prozent zu.
Nvidia als Gradmesser für den KI-Boom
Nvidia gilt als Gigant im Bereich hochmoderner KI-Halbleiter und zählt zu den wertvollsten Unternehmen der Welt. Die Quartalsergebnisse des Unternehmens sind für Händler zu einem zentralen Orientierungspunkt geworden, wenn es darum geht, die Aussichten der aufstrebenden KI-Branche einzuschätzen.
Grundlage für den kometenhaften Aufstieg Nvidias in den vergangenen Jahren waren die Pläne namhafter Technologieunternehmen, massive Summen in den Aufbau der Infrastruktur zu investieren, die für den Betrieb von KI-Modellen erforderlich ist. Diese KI-Ausgaben haben zudem dazu beigetragen, die Wirtschaftstätigkeit zu stützen, während Länder weltweit mit den Auswirkungen des Iran-Krieges zu kämpfen haben.
Iran-Konflikt befeuert Inflationssorgen
Analysten warnen, dass eine mehr als zwei Monate andauernde gemeinsame Kampagne der USA und Israels gegen den Iran zu einer Inflationswelle führen könnte, die das globale Wachstum belasten dürfte. Im Mittelpunkt dieser Sorgen steht die anhaltende Schließung der Straße von Hormus – einer entscheidenden Wasserstraße vor der Südküste des Irans, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Erdöls fließt.
Die Sperrung dieser strategisch bedeutsamen Meerenge treibt die Energiepreise in die Höhe und schürt Inflationserwartungen rund um den Globus. Schifffahrtsdaten zeigten jedoch, dass am Mittwoch zwei chinesische Tanker mit Öl beladen die Meerenge verlassen haben – ein Zeichen, dass die Passage zumindest teilweise genutzt wird.
Angesichts der Aussicht auf beschleunigte Preissteigerungen beginnen die Märkte darauf zu wetten, dass die Europäische Zentralbank und viele ihrer Pendants gezwungen sein könnten, die Zinssätze anzuheben. Ein Sprung bei den Renditen von Staatsanleihen in den vergangenen Tagen hat die Stimmung an den Aktienmärkten bereits merklich getrübt.
EZB-Zinsentscheid rückt in den Fokus
Für den weiteren Handelsverlauf stand die Veröffentlichung des endgültigen Verbraucherpreisindex für die Eurozone im April auf der Agenda. Ähnliche Inflationsdaten aus dem Vereinigten Königreich hatten sich zuletzt abgeschwächt, was die Debatte über den künftigen Zinspfad der Notenbanken weiter anheizt.
Es besteht dennoch Hoffnung, dass die laufenden Gespräche zwischen den USA und dem Iran – die derzeit in einem langwierigen Waffenstillstand feststecken – schließlich eine Lösung finden könnten. Eine Einigung würde die Kämpfe beenden und die Straße von Hormus wieder vollständig freigeben, was die Energiepreise und damit den Inflationsdruck deutlich entlasten würde.
