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Europäische Börsen fallen erneut wegen Zinssorgen

Unsicherheit über Notenbanken und schwache Unternehmenszahlen belasten Marktstimmung

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Europäische Börsen fallen erneut wegen Zinssorgen

Europäische Aktien haben ihre Verlustserie am Donnerstag fortgesetzt, da die Unsicherheit über die zukünftige Zinspolitik der großen Notenbanken anhielt und neue Quartalszahlen der Unternehmen das Marktvertrauen belasteten. Der europaweite STOXX-600-Index sank um 0,1 Prozent, während die meisten regionalen Börsen ebenfalls im Minus schlossen.

Die US-Notenbank hatte am Mittwoch zwar die Zinsen gesenkt, doch signalisierte Fed-Chef Jerome Powell, dass eine weitere Senkung in diesem Jahr unwahrscheinlich sei. Diese Einschätzung veranlasste Anleger dazu, ihre Erwartungen für eine Lockerung der Geldpolitik im Dezember zurückzunehmen. Marktbeobachter sprachen von einer merklichen Eintrübung der Stimmung an den internationalen Finanzmärkten. Die Europäische Zentralbank beließ ihren Leitzins am Donnerstag unverändert und gab keine Hinweise auf künftige Schritte, was die Unsicherheit zusätzlich verstärkte.

Unter den Branchen verzeichneten insbesondere Industrieaktien deutliche Verluste. Schneider Electric verlor trotz über den Erwartungen liegender organischer Wachstumszahlen 3,3 Prozent. Der norwegische Rüstungskonzern Kongsberg Gruppen rutschte mit einem Rückgang von 18,3 Prozent ans Ende des STOXX-600, nachdem das Unternehmen Pläne zur Abspaltung seines maritimen Geschäfts bekanntgegeben hatte.

Auch der Automobilsektor stand stark unter Druck. Stellantis büßte 8,9 Prozent ein, nachdem das Unternehmen einmalige Belastungen aufgrund regulatorischer und strategischer Änderungen angekündigt hatte. Dagegen zählten Technologiewerte zu den Gewinnern: Sie legten im Schnitt um 0,9 Prozent zu. Beobachter verwiesen auf anhaltend hohe Investitionen großer US-Technologiekonzerne, die ihre Ausgaben im Bereich Künstliche Intelligenz weiter ausbauen wollen.

WPP verlor nach einer erneuten Gewinnwarnung 16 Prozent, während der neue Vorstandsvorsitzende ankündigte, dass die Sanierung des Unternehmens Zeit benötigen werde. Societe Generale fiel um 3,6 Prozent, nachdem der Vorstandschef eine klare Zusage zur Kapitalrückführung an die Aktionäre verweigerte.

ING stieg hingegen um 5,8 Prozent, nachdem die niederländische Bank Aktienrückkäufe und Dividenden in Höhe von 1,6 Milliarden Euro angekündigt hatte. Standard Chartered legte um 3,6 Prozent zu, nachdem das Institut mitteilte, ein wichtiges Profitabilitätsziel früher als erwartet zu erreichen. Airbus verbuchte ein Plus von 2,1 Prozent, da der Luftfahrtkonzern mit seinen Quartalsergebnissen die Markterwartungen übertraf.

Novo Nordisk verlor 3,6 Prozent, nachdem das dänische Unternehmen in den Bieterwettstreit mit Pfizer um das US-Biotech-Unternehmen Metsera eingetreten war. Puma gab nach einem deutlichen Umsatzrückgang im dritten Quartal um 8,3 Prozent nach.

Auf handelspolitischer Ebene einigten sich die USA und China auf eine Senkung bestimmter Zölle, im Gegenzug für Pekings Zusage, wieder vermehrt Sojabohnen aus den USA zu importieren und Maßnahmen gegen den illegalen Handel mit Fentanyl zu verstärken.

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