Europäische Börsen erreichen neue Rekordstände
Hoffnung auf Annäherung zwischen USA und China stützt Anlegerstimmung

Europäische Aktien haben die Woche mit neuen Rekordständen abgeschlossen. Der kontinentweite STOXX-600-Index stieg am Freitag um 0,2 Prozent und beendete damit die dritte Sitzung in Folge auf einem Allzeithoch. Ausschlaggebend war die wachsende Zuversicht in Bezug auf eine mögliche Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Gleichzeitig dämpften Verluste im Gesundheitssektor die Kursgewinne.
Das Marktumfeld blieb insgesamt positiv, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärte, dass die Vereinigten Staaten und China kurz davorstünden, eine Einigung zu erzielen. Er soll sich in dieser Woche mit seinem chinesischen Amtskollegen treffen, um über die Grundzüge eines am Wochenende vorbereiteten Abkommens zu entscheiden. Dieses könnte höhere US-Zölle sowie chinesische Exportbeschränkungen für seltene Erden vorerst aussetzen.
Von der verbesserten Stimmung profitierten vor allem Bank- und Technologiewerte, die jeweils um 1,2 Prozent zulegten. Der italienische Leitindex FTSE MIB hob sich mit einem Plus von 1 Prozent von den übrigen europäischen Märkten ab, getragen insbesondere von großen Banktiteln. Dagegen verlor der Gesundheitssektor 0,5 Prozent. Novartis-Aktien gaben 0,9 Prozent nach, nachdem der Schweizer Konzern angekündigt hatte, die US-Biotechfirma Avidity Biosciences für rund 12 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Roche-Papiere sanken nach einer Herabstufung durch Jefferies um 1,4 Prozent.
Unter den Einzelwerten stieg Porsche um 3 Prozent, nachdem der Sportwagenhersteller für das dritte Quartal einen geringeren operativen Verlust als erwartet gemeldet hatte. In Dänemark kletterten die Anteile der Sydbank um 5,5 Prozent. Das Institut hatte zuvor eine Fusionsvereinbarung mit Vestjysk Bank und Arbejdernes Landsbank bekannt gegeben. Die Aktien der HSBC in London schlossen nach anfänglichen Verlusten unverändert, nachdem die Bank mitgeteilt hatte, wegen des Madoff-Falls eine Rückstellung von 1,1 Milliarden US-Dollar zu bilden.
Im Fokus der Investoren stehen in dieser Woche auch geldpolitische Entscheidungen. Die US-Notenbank dürfte die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte senken, während von der Europäischen Zentralbank ein unveränderter Kurs erwartet wird. Laut dem Berenberg-Ökonomen Felix Schmidt befindet sich die EZB „in einer komfortablen Position“, da die Inflation in der Eurozone um das Ziel von zwei Prozent schwankt. Auf längere Sicht rechne man mit einem erneuten Anstieg der Teuerung, der ab Mitte 2027 wieder zu Zinserhöhungen führen könnte.
