EU und China sprechen über E-Auto-Zölle
Auch neue Freihandelsgespräche und Trumps Zollpause beeinflussen die globale Handelspolitik

Die Europäische Union und China führen derzeit Gespräche über eine mögliche Abschaffung der Ausgleichszölle auf chinesische Elektroauto-Importe. Ziel der Verhandlungen sei es, die Zusammenarbeit im Bereich der Elektromobilität zu stärken. Ein angestrebter Kompromiss sieht vor, dass chinesische Hersteller verstärkt in Europa investieren und Technologietransfers anbieten. Im Gegenzug könnte die EU die Zölle durch einen Mindestpreis ersetzen. Dies würde es chinesischen Produzenten ermöglichen, die Differenz zwischen Dumpingpreis und Mindestpreis selbst zu behalten, ohne zusätzliche Abgaben leisten zu müssen.
Parallel dazu kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an, dass die Europäische Union und die Vereinigten Arabischen Emirate in Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen eintreten wollen. Hintergrund ist die derzeit unberechenbare US-Handelspolitik, die die EU zu einer Diversifizierung ihrer internationalen Partnerschaften veranlasst. Auch mit Vietnam und weiteren Staaten in Asien befinden sich die Vereinigten Staaten in Gesprächen über neue Handelsabkommen.
Im transatlantischen Zollkonflikt erklärte Ursula von der Leyen, die EU sei im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen mit den USA bereit, die härtesten Maßnahmen zu ergreifen. Als Beispiel nannte sie eine mögliche Besteuerung von US-Digitalunternehmen. Derzeit befinden sich die Strafzölle auf US-Waren jedoch in einer 90-tägigen Aussetzung. Diese Maßnahme wurde getroffen, nachdem US-Präsident Donald Trump eine vorübergehende Aussetzung seiner eigenen Zölle verkündet hatte. Trump äußerte sich positiv über das Vorgehen der EU und bezeichnete deren Verhalten als klug.
Die Finanzmärkte reagierten unterschiedlich auf die politischen Entwicklungen. Der Goldpreis erreichte aufgrund der anhaltenden Unsicherheit ein neues Rekordhoch. An der japanischen Börse kam es zu deutlichen Kursgewinnen, während die Renditen für US-Anleihen weiter stiegen. Gleichzeitig sieht Bundesfinanzminister Jörg Kukies keine systemischen Risiken durch die jüngsten Marktschwankungen, mahnt aber zur Wachsamkeit.
In China kündigte die Regierung an, die Zahl der importierten US-Filme zu reduzieren, während chinesische Amazon-Händler angesichts steigender Zölle über einen Rückzug aus dem US-Markt nachdenken. Die südafrikanischen Staaten reagierten erleichtert auf die Zollpause, sehen jedoch weiterhin Risiken durch bestehende Basiszölle. Auch in Portugal wurden milliardenschwere Wirtschaftshilfen angekündigt, um die heimische Wirtschaft abzufedern.
