Essenslieferdienste nach der Pandemie: Eine Herausforderung für Unternehmen und Gewinne bleiben rar
Kunden bestellen bis zu dreimal täglich bei Lieferdiensten - Herausforderungen für die Branche

Die Hochphase der Essenslieferdienste ist mit dem Ende der Corona-Pandemie abgeebbt. Während der Lockdowns erlebten diese Unternehmen einen Aufschwung, doch nun stehen sie vor neuen Herausforderungen. Neben den üblichen kulinarischen Angeboten wie Hamburger, Pizza und Desserts erweitern einige Lieferdienste ihr Sortiment um unerwartete Artikel wie Handy-Ladekabel, Zahnbürsten und Parfüms, um ihre Umsätze anzukurbeln.
Trotz anfänglicher Euphorie und gestiegener Nachfrage kämpfen die meisten Essenslieferdienste nach wie vor mit Verlusten. Laut Johannes Hesche von der ACATIS Investment- und Kapitalverwaltungsgesellschaft ist das Geschäft derart herausfordernd, dass bisher nur das chinesische Unternehmen Meituan echte Gewinne erzielen konnte. Die Kombination von Essenslieferungen mit anderen Dienstleistungen wie Kinokartenverkauf und Car-Sharing macht Meituan zum Ausnahmefall.
Die Schwierigkeiten in der Branche sind vielfältig. Geringe Bestellsummen stehen hohen Kosten für Transport, Lagerung und Marketing gegenüber. Zudem konzentrieren sich diese Dienste hauptsächlich auf Ballungszentren und sprechen überwiegend jüngere Kunden und Singles an. Ein flächendeckender Service für ganz Deutschland wäre zu kostenintensiv.
Die Suche nach Personal gestaltet sich ebenfalls schwierig. Schlechte Arbeitsbedingungen und Bezahlung haben den Ruf der Lieferdienste beeinträchtigt. Während einige Unternehmen Besserung versprechen, bleibt der Job anspruchsvoll. Trotzdem bleibt die Branche bemüht, durch gezielte Angebote wie beliebte Fast-Food-Gerichte den Markt zu erforschen und Kundenwünsche zu erfüllen.
