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Esprit verlängert Schließung vieler Filialen

Weihnachtsgeschäft und Abverkauf sollen Insolvenzmasse weiter erhöhen

2 Min
Esprit verlängert Schließung vieler Filialen

Der insolvente Modekonzern Esprit wird etwa 30 seiner insgesamt 56 Geschäfte in Deutschland länger als ursprünglich geplant geöffnet halten. Entgegen des ursprünglichen Plans, alle Filialen bis Ende 2024 zu schließen, sollen die betroffenen Läden erst Ende Januar 2025 ihren Betrieb einstellen. Grund für die Verzögerung ist laut einem Unternehmenssprecher der noch vorhandene Warenbestand. Zudem will Esprit das Weihnachtsgeschäft sowie Aktionstage wie den Black Friday nutzen, um die Einnahmen zu maximieren. Die Entscheidung wurde gemeinsam mit dem Sachwalter und den Gläubigerausschüssen getroffen.

Die verbleibenden 25 Geschäfte werden planmäßig bis Ende November geschlossen oder sind bereits nicht mehr in Betrieb. Ein Teil der Mitarbeitenden hat einer längeren Beschäftigung zugestimmt, um den Abverkauf der Waren in den länger geöffneten Filialen zu unterstützen. Gleichzeitig wird die bisherige Firmenzentrale in Ratingen bei Düsseldorf bis Ende November geräumt. Die Einnahmen aus den Verkäufen sollen den Gläubigern des Unternehmens zufließen.

Esprit hatte im Mai 2024 Insolvenz für sein Europageschäft angemeldet, nachdem Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung festgestellt worden waren. Anfang August wurde bekanntgegeben, dass der Geschäftsbetrieb in Deutschland eingestellt wird. Die Schließung der Filialen und der Zentrale bedeutet das endgültige Verschwinden der Marke aus den deutschen Fußgängerzonen. Rund 1.300 Beschäftigte verlieren durch die Abwicklung ihre Arbeitsplätze. Trotz intensiver Bemühungen gelang es dem Insolvenzverwalter lediglich, die Markenrechte des Unternehmens zu veräußern.

Die Rechte für Esprit-Schuhe wurden vom Schuhhändler Deichmann übernommen, der bereits seit 2019 als Lizenznehmer für Esprit tätig war. Deichmann will sich auf die Weiterentwicklung des Produktbereichs Schuhe konzentrieren. Die Textilmarkenrechte wurden an die "Theia Group of Companies" verkauft, einen Dienstleister, der sich auf Marken-Management spezialisiert hat. Die Theia Group, zu der auch die Modemarken "Cecil" und "Street One" gehören, hatte die Rechte bereits im August 2024 erworben und plant, diese weiterzuentwickeln.

Mit der Schließung der Geschäfte und der Veräußerung der Markenrechte endet die Präsenz von Esprit in Deutschland. Die Abverkäufe der Restbestände dienen dazu, den Gläubigern möglichst viel von den ausstehenden Forderungen zurückzuzahlen.

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