Escondida-Mine in Chile nimmt Betrieb nach tödlichem Unfall wieder auf
Das weltgrößte Kupferbergwerk fährt die Aktivitäten nach einem tödlichen Arbeitsunfall schrittweise wieder hoch, Sicherheitsprüfungen laufen weiter.

Die chilenische Escondida-Mine des Bergbaukonzerns BHP nimmt ihren Betrieb schrittweise wieder auf. Das teilte das weltweit größte Kupferbergwerk am Donnerstag mit, während die Bewertungen der Sicherheitslage weiter andauern. Zuvor war der Betrieb am Mittwoch nach einem Unfall eingestellt worden, bei dem ein Arbeiter bei Wartungsarbeiten ums Leben kam.
„Das Unternehmen bewertet weiterhin die Bedingungen für eine allmähliche Wiederaufnahme der Bergbauaktivitäten unter Berücksichtigung des Wohlergehens der Belegschaft, der Betriebsbereitschaft, der Risikokontrollen und der Anforderungen der zuständigen Behörden", hieß es in einer Erklärung des Unternehmens. Damit macht BHP deutlich, dass die Wiederaufnahme nicht abrupt, sondern kontrolliert und in Absprache mit den Aufsichtsbehörden erfolgen soll.
Auch andere operative Bereiche außerhalb des eigentlichen Bergbaus wurden nach dem Vorfall zunächst pausiert. Bestimmte Aktivitäten liefen jedoch mit reduzierter Rate weiter. Der Unfall betraf demnach nicht nur den unmittelbaren Abbau, sondern hatte Auswirkungen auf angrenzende Betriebsabläufe.
Sicherheitsauflagen in Chile verzögern Neustart
In Chile dürfen Bergwerke in der Regel erst dann den Betrieb wieder aufnehmen, wenn Sicherheitsinspektoren bestätigt haben, dass die Bedingungen sicher sind. Diese Vorschrift greift insbesondere nach einem tödlichen Unfall. Für BHP bedeutet das, dass der Zeitplan für die vollständige Wiederaufnahme maßgeblich von den behördlichen Prüfungen abhängt.
Die Escondida-Mine befindet sich in der nördlichen Atacama-Wüste Chiles und gilt als bedeutender Standort für die globale Kupferversorgung. BHP betreibt das Bergwerk. An dem Projekt hält der Bergbaukonzern Rio Tinto einen Anteil von 30 Prozent, während das in Japan ansässige Unternehmen JECO Corp 12,5 Prozent besitzt. Die Eigentümerstruktur unterstreicht die internationale Bedeutung des Standorts.
Bedeutung für den Kupfermarkt
Für deutsche Anleger ist der Vorfall vor allem deshalb relevant, weil Kupfer ein zentraler Rohstoff für die Energiewende, den Ausbau der Elektromobilität und die Netzinfrastruktur ist. Störungen in einer Mine dieser Größenordnung können die Wahrnehmung der Angebotslage an den Rohstoffmärkten beeinflussen. Ob und in welchem Umfang der Unfall tatsächlich Folgen für die Produktionsmengen hat, lässt sich anhand der vorliegenden Angaben jedoch nicht abschließend beurteilen.
Der schrittweise Neustart zeigt, dass BHP den Sicherheits- und Genehmigungsanforderungen Vorrang vor einer schnellen Rückkehr zur vollen Auslastung einräumt. Wie lange die einzelnen Bewertungsphasen dauern, ist bislang nicht bekannt. Klar ist: Die vollständige Wiederaufnahme des Betriebs bleibt an die Freigabe durch die zuständigen Stellen gebunden.
Beobachter dürften in den kommenden Tagen vor allem auf offizielle Mitteilungen von BHP und der chilenischen Bergbauaufsicht achten. Diese werden darüber entscheiden, wann die Escondida-Mine wieder ihre volle Kapazität erreicht.
