Erster Streik bei Boeing seit 16 Jahren
Mitarbeiter fordern höhere Löhne und kritisieren mangelnde Kompromissbereitschaft des Unternehmens

Beim US-amerikanischen Flugzeugbauer Boeing kam es nach 16 Jahren zum ersten Mal wieder zu einem Streik. Etwa 30.000 Mitarbeiter der Gewerkschaft International Association of Machinists (IAM) stimmten mit einer überwältigenden Mehrheit von 96 Prozent für eine Arbeitsniederlegung. Grund für den Streik sind unter anderem Differenzen in den Bereichen Löhne und Renten. Die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft und Boeing sollen am Mittwoch fortgesetzt werden, nachdem bei den bisherigen Gesprächen keine Einigung erzielt werden konnte.
Die Gewerkschaft IAM gab auf der Plattform X bekannt, dass ein ganzer Tag mit Schlichtungsversuchen keine Fortschritte gebracht habe. Die IAM kritisierte Boeing scharf und warf dem Konzern vor, nicht ausreichend vorbereitet gewesen zu sein und die wesentlichen Themen, die für die Beendigung des Streiks als entscheidend angesehen werden, nicht ernsthaft angegangen zu haben. Insbesondere geht es dabei um Lohnforderungen und Rentenansprüche. In der Mitteilung der Gewerkschaft hieß es weiter, man sei frustriert über die mangelnde Kompromissbereitschaft des Unternehmens.
Boeing hingegen hatte im Vorfeld des Streiks versucht, mit einem Angebot von Gehaltserhöhungen die Mitarbeiter zu besänftigen. Der Konzern stellte ein Lohnplus von 25 Prozent in Aussicht, doch dieses Angebot fand bei vielen Arbeitern keinen Anklang. Die Beschäftigten fordern stattdessen eine Lohnerhöhung von 40 Prozent, wie sie ursprünglich von der Gewerkschaft verlangt wurde. Obwohl die IAM selbst ihren Mitgliedern empfahl, das Angebot von Boeing anzunehmen, entschieden sich die meisten Mitarbeiter gegen den Vorschlag des Unternehmens und traten in den Streik.
Der Streik ist der erste bei Boeing seit 16 Jahren und hat weitreichende Auswirkungen auf den Betrieb des Flugzeugherstellers. Die Mitarbeiter der IAM fühlen sich im Recht und betonen, dass sie für eine faire und gerechte Entlohnung kämpfen. Die Gewerkschaft argumentiert, dass die Arbeiter nach so langer Zeit mehr verdient hätten, als Boeing ihnen anbietet. Die Verhandlungen werden deshalb weitergeführt, doch der Ausgang ist bislang ungewiss.
